TV-Kritik

Late Night Berlin: Durchwachsener Start für Klaas Heufer-Umlauf

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Er moderierte am Montag seine erste Late-Night-Show: Klaas Heufer-Umlauf

Late-Night-Shows haben es in Deutschland schwer. Trotzdem versuchte sich Klaas Heufer-Umlauf am Montag an dem Format - und legte einen durchwachsenen Auftritt hin.

Die Nervosität sah man dem Entertainer an,  am Anfang seiner neuen Sendung "Late Night Berlin" musste er tief durchatmen, schließlich habe er lange von diesem Moment geträumt. Nach den Worten "Mein Name ist Klaas Heufer-Umlauf, ich bin zwölf Jahre alt und das ist 'Late Night Berlin'" begann dann das klassische Stand-Up, doch wirklich witzig waren die Gags des Moderators nicht. 

Das angekündigte Treffen von Donald Trump und Kim Jong-Un bezeichnete der gelernte Friseur als "Bad Hair Day" und auch die Witze über die neuen Minister der Bundesregierung saßen nicht ganz, ebenso wie die Übergänge zwischen den verschiedenen Themen.

Als das Stand-Up endlich überstanden war, ließ sich Heufer-Umlauf wie einst Stefan Raab in "TV Total" über eine Fernsehsendung aus, eines der gut gelungenen Elemente der Show. Denn in "Promi Undercover Boss" auf RTL ist Detlef D. Soost wirklich schlecht verkleidet und bot dem 34-Jährigen eine gute Vorlage. 

Late Night Berlin: Parallelen zu Circus HalliGalli

Sehr bald wurden dann aber starke Parallelen zur Sendung "Circus HalliGalli" deutlich, die Heufer-Umlauf mit Joko Winterscheidt bis zum Sommer des letzten Jahres moderierte. So war sein Sidekick Jakob Lundt dort Redaktionsleiter und die Bauchbinden des Gastes wie "Anne Will hat jetzt den Salat" waren auch bei "HalliGalli" fester Bestandteil. 

Das Format des gut gemachten, aber leider viel zu langen zweiteiligen Films "171 Tage im Laberinth der Macht", in dem die Regierungsbildung nach Erzählungen normaler Wähler nachgespielt wurde, gab es bei Joko und Klaas auch schon. Zwei der Erzähler hatten dort sogar Auftritte - allerdings betrunken. Es fehlte fast nur noch das Lachen von Joko Winterscheidt, den man zwischenzeitlich sogar etwas vermisste.

Studiogast Anne Will musste sich den zweiten Teil des Films anschauen, sie erzählte unter anderem, dass sie den "Bergdoktor" schaue und nah am Wasser gebaut sei, bei der Tagesschau habe sie schon weinen müssen. Wirklich spannend war das Gespräch aber nicht, auch hier wirkte der Entertainer unsicher und fiel ihr etwas zu oft ins Wort. 

Late Night Berlin: Jan Böhmermann in der Werbung

Anne Will war allerdings nicht die Einzige, die am Montagabend einen Auftritt hatte. Wer in der Werbepause nicht gerade umgeschaltet oder sich noch schnell etwas zu Essen geholt hatte, sah auf einmal niemand geringeren als Jan Böhmermann auf dem Bildschirm, der den Gag des Abends lieferte, indem er erzählte, er würde allein wegen der Werbung niemals eine Late-Night-Show im deutschen Fernsehen moderieren: "Denn glaubwürdige Satire funktioniert nur ohne Werbung." Es folgten aufploppende Schilder eines Autovermietungsunternehmens.  

Die Unsicherheit und Nervosität kann man Klaas Heufer-Umlauf nicht übel nehmen, schließlich scheiterten schon viele an deutschen Late-Night-Shows. Und auch wenn die erste Sendung einige Schwächen hatte und die Gags noch nicht ganz ausgereift waren, hat die Show Potenzial. Denn wie der Comedian selbst sagte: "Wir arbeiten daran, dass sich irgendwann das gewohnte Late-Night-Gefühl einstellt." 

"Late Night Berlin" läuft jeden Montag um 23 Uhr auf ProSieben. 

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