ARD, Sonntag, 20.15 Uhr

Er ist laut und gewaltig: Ist der neue Schweiger-„Tatort“ sehenswert?

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Ein Szenenausschnitt, der stellvertretend für den ganzen Film steht: Nick Tschiller (Til Schweiger) schießt und prügelt sich durch Istanbul und Russland.

Laut und gewaltig: So wird der neue „Tatort“ sein, wenn Nick Tschiller (Til Schweiger) um jeden Preis versucht, seine Tochter Lenny (Luna Schweiger) aus den Fängen von Menschenhändlern zu befreien.

Der Actionfilm wurde 2016 extra für die Kinosäle gedreht und feiert am Sonntag seine TV-Premiere im Ersten.

Eigentlich hat die „Tatort“-Reihe Sommerpause. Wieso zeigt die ARD trotzdem eine neue Folge?

Die Fernsehpremiere des „Tatorts“ während der Fußball-WM zu zeigen, ist schon sportlich – auch wenn am Sonntag ein spielfreier Tag ist. Die ARD begründet den Sendeplatz mit der Gesamtdauer des Films, der schon im Kino lief. 130 Minuten bedeuten eine satte Überlänge. Er könne deshalb nur an einem Tag gezeigt werden, an dem die Talkshow „Anne Will“ Urlaub macht.

Ist die Serie für die große Leinwand tauglich?

Das muss man mit Nein beantworten. Fernsehbilder haben eine andere Ästhetik als Kinobilder, sie sind für den kleineren Rahmen gemacht. Der Transfer von Kinofilmen ins Heimkino klappt deutlich besser als umgekehrt. Aber es ist löblich, und das macht die Stärke der „Tatort“-Reihe aus, dass die Macher immer wieder experimentieren, Wagnisse eingehen.

Ist der Film wenigstens bei den Kinogängern gut angekommen?

Sagen wir mal so: Für einen erfolgsverwöhnten Til Schweiger sind rund 280.000 Zuschauer eine echte Pleite. Zum Vergleich: Seine Tragikomödie „Honig im Kopf“ (2014) lockte über 6,6 Millionen Menschen in die deutschen Kinos.

Der fünfte „Tatort“ mit Til Schweiger in der Rolle des Nick Tschiller. Worum geht es?

„Tschiller – Off Duty“ von Christian Alvart (Regie) und Christoph Darmstädt (Buch) knüpft an die letzte Episode an. Tschillers Tochter Lenny findet heraus, dass Firat Astan (Erdal Yildiz), der Mörder ihrer Mutter, in Istanbul frei herum läuft.

Lenny macht sich auf den Weg, um sich zu rächen. Sie wird überwältigt und nach Moskau verschleppt. Vater Nick reist ihr durch alle Länder nach, um sie zu retten. Dabei ist er nicht nur Verfolger, sondern auch Gejagter. Erst später erfährt er, dass Lenny wegen eines perfiden Plans entführt wurde. Am Ende kommt es zum großen Showdown in Moskau.

Wer ist noch in dem Film zu sehen und wo wurde gedreht?

An Tschillers Seite ist wie immer Kollege Yalcin Gümer (Fahri Yardim). Die Rolle des Menschenhändlers Süleyman Seker wird von Özgür Emre Yildirim verkörpert, der wie ein gut gekleideter Bond-Bösewicht daher kommt. Und auch Mörder Astan (Erdal Yildiz) ist in Istanbul zu sehen. Gedreht wurde in Hamburg, Berlin, Istanbul und Moskau.

Die wichtigste Frage zum Schluss: Ist der Schweiger-„Tatort“ sehenswert?

Wer auf Action und Til Schweiger steht, wird den Film mögen. Tiefgründige Dialoge sollte der Zuschauer allerdings nicht erwarten. Absolut sehenswert und witzig ist die Fahrt in einem Mähdrescher durch Moskau.

Von Nela Müller

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