Simple Minds: Laut und immer noch gut

Beherrscht nach wie vor die großen Posen: Simple-Minds-Sänger Jim Kerr dirigiert die Fans in der Kasseler Stadthalle. Foto: Fischer

Kassel. Die Simple Minds in der Kasseler Stadthalle - fast wie in alten Zeiten

Von so einer Begrüßung träumen Amateurmusiker: Kaum hat Sänger und Frontmann Jim Kerr die Bühne betreten und das erste Stück angestimmt, schon schießen Hunderte Arme in die Höhe. Die Kasseler Stadthalle ist mit über 1200 Besuchern gefüllt, die Stimmung von der ersten Minute an prächtig.

Die Simple Minds, eine der erfolgreichsten Rockbands der 80er-Jahre, machte am Dienstag in Kassel Station. 1977 begann die Formation noch in einer etwas anderen Besetzung unter dem Namen Johnny And The Self Abusers als Punkband und löste sich nach nur einer Single wieder auf.

Schon 1978 aber starteten die Simple Minds, der weltweite Erfolg stellte sich spätestens mit der Hit-Single „Don’t You (Forget About Me)“ ein. Bis heute hat die schottische Formation mehr als 60 Millionen Tonträger verkauft. Und immer im Mittelpunkt: Jim Kerr.

Am Dienstag stand er im schwarzen, überlangen Jackett und mit langem roten Schal auf der Bühne. Seine Mitmusiker Mel Gaynor (Schlagzeug), Andy Gillespie (Keyboards), Charly Burchill (Gitarre), Ged Grimes (Bass) und die Sängerin Sarah Brown, die seit 2009 mitmischt, pendeln zwischen Zwirn, Leder und T-Shirt.

Der Sound ist bombastisch, nicht sehr differenziert, dafür aber mächtig laut. Schlagzeug und Bass wuchten sich in die Gehörgänge, die Keyboardklänge begleiten sphärisch, Kerrs Stimme ist zumeist in viel Hall getaucht. Nicht immer hat er es leicht, sich gegen das etwas breiig rüberkommende Soundspektakel durchzusetzen.

Simple Minds in der Stadthalle Kassel

Die Kommunikation mit dem Publikum beschränkt er auf „Danke“, „Schön hier zu sein“ und erfolgreiche Animationsversuche. Immer wieder hält er das Mikro in Richtung Publikum. Auch Titel sagt Kerr nicht an. Braucht er zumeist auch nicht. Die Fans singen die alten Hits kräftig mit: „Don’t You“, „Sanctify Yourself“ und „Alive And Kicking“ werden enthusiastisch gefeiert.

Die Lichtshow imponiert. Gut 50 Scheinwerfer sorgen für gelungene optische Akzente. Die Nummern, die die Band spielt, stammen aus über drei Jahrzehnten Bandgeschichte. Mit dabei sind natürlich auch Stücke vom 2014 erschienenen Album „Big Music“. Lautstarker Applaus, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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