Theater-AG der Schweitzer-Schule mit Coelho-Bühnenfassung

Leben fern der Realität

Findet zu sich selbst: Veronika (Florentine Schaub, liegend) in der Nervenklinik. Foto: Schachtschneider

Kassel. Erst das Wissen um die eigene Endlichkeit verleiht dem Leben einen Sinn. Das muss auch Veronika erfahren, nachdem sie das Wertvollste, was sie besitzt, wegwerfen wollte. Die Theater-AG der Albert-Schweitzer-Schule beschäftigt sich mit diesem Thema durch das Stück „Veronika beschließt zu sterben“ nach dem Roman von Paulo Coelho in einer Bühnenfassung von Hakon Hirzenberger.

Unter der Spielleitung von Monika Molinski und Jürgen Strube haben die sechs Schauspieler die Dramatisierung des Romans mit großer Sensibilität und Hingabe inszeniert. Das anspruchsvolle Thema wird dem Publikum eindringlich nähergebracht.

Veronika ist schön, klug und erfolgreich. Doch sie beschließt, aus der täglichen Routine auszubrechen und ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Der Suizid misslingt, und sie wird in die Nervenklinik Villete eingeliefert. Dort teilt ihr der Arzt mit, dass die Überdosis Tabletten ihr Herz dermaßen geschädigt hat, dass sie noch maximal fünf Tage zu leben hat.

Angesichts dieser Diagnose findet Veronika zu sich zurück. Sie tanzt für ihre Mitinsassen, knüpft Freundschaften und verliebt sich in Eduard. Am Tag ihres vermeintlichen Todes offenbart ihr Doktor Igor, dass sie kerngesund ist.

Florentine Schaub spielt die Veronika, die beim Tanz mit Eduard (Nina Kuttler) die Liebe und Lebenslust wiederentdeckt, mit großer Hingabe. Doktor Igor wird von Lukas Werner verkörpert. Ebenso überzeugen Josephine Hein, Alexandra Hoch und Britta Wiesner als Insassen von Villete, die erkannt haben, dass das Leben in der eigenen Welt, fern jeder Normalität, seine Vorzüge haben kann.

Die Inszenierung beeindruckt mit viel Liebe und dem Augenmerk auf Details. Das Bühnenbild (Monika Molinski und Jürgen Strube) stellt eine Mischung aus klinischer Sterilität und nebulösem Dämmerzustand dar. Die Wände sind mit dünnen Folien abgehangen und erlauben ein eindrucksvolles Lichtspiel mit bunten Farben.

Digitale Fotomontagen von Klaus Blecher und Erika Heine unterstreichen die surreale und bizarre Welt der Nervenklinik. Abgerundet wird die Inszenierung von Livemusik der Schüler Sebastian Correus, Hermann Schetkov und Patrick Salmen.

Weitere Aufführung morgen, Dienstag, 19.30 Uhr, Aula der ASS, Kölnische Straße 89.

Von Kirsten Ammermüller

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