Neu im Kino: Die Doku „Benda Bilili!“ über eine Band aus Kongo

Ihr Leben fließt in die Musik

Rollstuhl und Gitarre: Musiker Ricky Likabu. Foto:  Koolfilm/ nh

Am Sonas-Kreisverkehr in Kinshasa schlafen die Straßenkinder auf Kartons. Hier hat Papa Ricky Likabu seinen Laden im Verkehrsgetümmel der verwundeten kongolesischen Stadt. Ein sanftmütiger, charismatischer Mann, der sich um die heimatlosen Kinder kümmert, und sich von seinem Schicksal als Rollstuhlfahrer nicht entmutigen lässt. Polio verkrüppelte seinen Körper. Mit umgeschweißten Fahrrädern kutschieren er und seine Freunde durch das städtische Chaos. Die Gitarre immer dabei.

Papa Ricky ist Musiker, sein Motto: Du kannst alles erreichen, wenn du dich anstrengst. Papa Ricky erreicht viel, das erzählen Renaud Barret und Florent de la Tullaye in „Benda Bilili!“. Ihrer Filmdoku merkt man den empathischen Zugang an. Hier sind zwei Europäer, die wirklich etwas verändern wollen in Afrika.

Staff Benda Bilili - das sind ein Haufen Musiker, die sich im Zoo bei den struppigen Tieren treffen, um Musik zu machen. Barret und de la Tullaye haben Talent und Kraft der Gruppe sofort erkannt und vorgeschlagen, eine CD aufzunehmen mit afrikanischer Rumba, Soul und Funk. Die Kamera begleitet den von den Regisseuren unterstützten Arbeitsprozess, die Aufnahme der ebenso fetzigen wie politisch-didaktischen Lieder.

Das Leben fließt in die Musik, die Musik fließt zurück ins Leben. Das macht die Doku berührend deutlich. Diskret wird die Armut aufgezeigt, der Kampf gegen die alltägliche Hoffnungslosigkeit. Fast liebevoll und ohne Ethno-Kitsch. Dann lauschen Staff Benda Bilili verblüfft im schepperigen Plastikgerät ihrem eigenen Song aus dem Radio. Und reisen auf Konzerttournee nach Europa.

Auch im Kasseler Kulturzelt spielten die Kongolesen im vergangenen Jahr ein viel beklatschtes Konzert.

Genre: Dokumentation

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Bettina Fraschke

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