Dr. Astrid Arnold entwickelt als Leiterin des Tapetenmuseums das Konzept für einen Neubau

Ein lebendiges Haus schaffen

Leiterin des Tapetenmuseums - und ebenfalls zuständig für Löwenburg, Wilhelmsthal und Weißensteinflügel: Dr. Astrid Arnold. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die Wahl ihrer Studienfächer Kunstgeschichte, Archäologie und Französisch basierte auf Leidenschaft („ich bin für mein Leben gern in Museen gegangen“) und auf dem Optimismus, dass irgendwas draus werden würde. Alles andere, sagt Dr. Astrid Arnold, habe sich ergeben, „eins aus dem anderen“. Nun fließen alle Erfahrungen, die sie an vielen beruflichen Stationen erworben hat, in Leitungsfunktionen bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) zusammen, die sie „wirklich als einen Traum“ empfindet: Die 42-Jährige ist unter anderem für das Tapetenmuseum verantwortlich.

Ihre Aufgabe ist, statt der bislang „sehr veralteten Präsentation“ ein lebendiges, abwechslungsreiches Museum in einem Neubau auf dem Weinberg zu entwickeln. Arnold ist vom weltweit einmaligen Bestand überzeugt („die internationale Tapetenszene wartet auf dieses Museum“), und sie hat Ideen, diesen populär zu machen.

Und zwar, indem Besucher bei dem abgeholt werden, was sie kennen, etwa schrillen Wohnwelten der 70er, und auf eine „erzählerische Reise“ mitgenommen werden. Durch anschauliche Erläuterungen der Technik. Durch museumspädagogische Aktionen, für die endlich Platz sein wird, und interaktive Elemente, wenn man etwa per Mausklick Interieurs selbst zusammenstellen kann. Durch die Einbindung der Tapeten in Wohnräume, mit Möbeln und Kunstgewerbe, und in kultur- und sozialgeschichtliche Zusammenhänge. Durch Sonderausstellungen, etwa zur Rolle der Tapete in der zeitgenössischen Kunst, durch aktuelle Fragen nach gutem Stil, die sich für jedes Wohnzimmer stellen: „Ich wünsche mir, dass die Tapete wiederkommt.“

Für ihre vielfältigen Kasseler Aufgaben bringt Arnold ebenso unterschiedliche Kenntnisse mit - angefangen von der Magisterarbeit über den frühneugotischen Schlossbau im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha. In Basel hat sie sich intensiv mit dem Haus zum Kirschgarten befasst, einem Stadtpalais, in dem Wohnkultur aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt ist: „So bin ich zur Tapete gekommen.“ Und in Coburg war sie schon am Aufbau eines neu errichteten Museums für eine bedeutende Glassammlung beteiligt.

Am 19.1., 14 Uhr, können Besucher Restauratoren bei der Tapeten-Abnahme über die Schulter schauen. Anmeldung: Tel. 0561/31680300.

Von Mark-Christian von Busse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.