Lebendiges Märchen: Das Spielraumtheater erzählt „Aschenputtel“

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Die Erzählerinnen: Gisela Honens (links) und Jutta Damaschke. Foto: Ammermüller

Kassel. „Ich wäre gern Aschenputtel gewesen.“ Bereits die ersten Sätze lassen nur aus der Erzählung eine Heldin entstehen, die schneller laufen und höher klettern kann als jeder Prinz und dem Publikum gleich ans Herz gewachsen ist. Das Spielraumtheater hat mit seinem neuen Stück „Aschenputtel“ eine Version des Märchens geschaffen, welche für die kleinen Zuschauer spannend erzählt ist und für die großen neue Aspekte bereithält. Am Sonntag feierten Jutta Damaschke und Gisela Honens als Märchen erzählende Schneiderinnen und Stefan Becker als Regisseur Premiere im Dock 4 und zogen selbst die kleinsten Zuschauer über gut 45 Minuten in ihren Bann.

Die Arbeit wäre nur halb so schön, hätte man nicht ab und zu die Muße, das Handwerkszeug lebendig werden zu lassen und Stecknadel, Stickrahmen und Co. in einer Geschichte mitspielen zu lassen. So machen sich die beiden Schneiderinnen vor der Fertigstellung des Hochzeitskleides ihre Gedanken über Aschenputtel und sind auch schon mitten in der Geschichte über das arme Mädchen, welches am Ende den Prinzen heiratet.

Das Spielraumtheater beherrscht die Kunst des Erzähltheaters meisterlich. Stecknadeln verwandeln sich vor den Augen des Publikums in Aschenputtels Stiefmutter und Stiefschwestern, weiße Tücher flattern als Täubchen über die Bühne, und der Kohleeimer hält bei der Schuhanprobe als Aschenputtel her. Gekonnt wird der Spannungsbogen gehalten und die Geschichte humorvoll und der Fantasiewelt von Kindern ab drei Jahren entsprechend erzählt.

Doch das Märchen wird auch hinterfragt. Warum stirbt die Mutter des Mädchens und lässt ihre Tochter allein zurück? Wie kommt es, dass der Vater schlichtweg vergisst, dass er neben den beiden Stieftöchtern noch eine andere Tochter hat? Die beiden Erzählerinnen nehmen den Faden des Märchens auf und weben vor den Augen des Publikums eine wunderschöne Geschichte daraus, die das Märchen lebendig und fantasievoll werden lässt.

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