United Kingdom Ukulele Orchestra: Lebensfreude und Alberei

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Spielten sich durch die Musikgeschichte: The United Kingdom Ukulele Orchestra, im Bild (v. l.): Alan Sweeny, Sarah Dale, Alan Dowson, Tony Young und Lesley Cunningham.

Kassel. Was fällt einem ein, wenn man an England denkt? Die Beatles, „Land of Hope and Glory“ und Monty Python –also das entfesselte Bestreben, Peinlichkeit in Humor zu übersetzen.

Das United Kingdom Ukulele Orchestra hat aus diesen elementaren Bestandteilen britischer Identität ein musikalisches Konzertkonzept entwickelt, das auch auf dem Festland für beste Unterhaltung sorgt. Beim Auftritt in der gut besuchten Kasseler Stadthalle konnte man über sechs schlitzohrige Herren und zwei kokette Damen staunen, die sowohl instrumental als auch gesanglich feinste Qualität offerierten. Sie fütterten ihre kleinen Viersaiter mit moderesistentem Songmaterial der letzten 400 Jahre und alberten sich gekonnt durch zwei Stunden pure Lebensfreude. Man lernte, wie nah sich eigentlich „Air on a G-String“ (J. S. Bach) und „A Whiter Shade Of Pale“ (Procol Harum) standen, und dass „Heidi“ (Filmmusik) gar nicht so weh tut, wenn man es nicht so ernst meint.

Unter der musikalischen Leitung von Tony Young prallten Klassiker wie „Der dritte Mann“ (Anton Karas) und „Pink Panther“ (Mancini) auf Rocksongs, Jazz und Discohits. Ein brillant gesungenes „The Chain“ (Fleetwood Mac) und „Brass in Pocket“ (Pretenders) hinterließen schon vor der Pause einen bleibenden Eindruck. Doch mit „Bohemian Rapsody“ (Queen) und „Broccoli“ (Tukuo) stanzte das Orchester seinen Bandnamen in das Musikgedächtnis der Zuhörer. Die blonde Perücke von Sängerin Sarah Dale bei „Mama Mia“ (Abba) wird man schnell vergessen, den zerbrochenen Pfeil durch den Kopf von Sänger Andy Wild bei „Michelle“ (Beatles) ebenfalls.

Doch die Interpretationen von „Spain“ (Chick Corea) und „Lucy In The Sky With Diamonds“ (Beatles) werden sich nicht so schnell verabschieden.

Der nicht enden wollende Applaus wurde mit drei Zugaben belohnt.

Von Andreas Köthe

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