Neu im Kino: „Twelve“ erzählt von Drogenexzessen

Die Leere des Lebens

Bleibt selbst clean: White Mike (Chace Crawford) handelt mit Drogen, nimmt selbst aber keine. Foto:  nh

Sie sind reich und gelangweilt, die Töchter und Söhne der New Yorker Upper Eastside, die zu den Frühjahrsferien aus ihren Elite-Colleges zurückkehren nach Manhattan und nur eines wollen: Party. Dafür braucht man Drogen und die hat White Mike (Chace Crawford). Eigentlich war er einmal einer von ihnen, bis die Mutter an Krebs starb, er die Schule hinschmiss und anfing, mit Marihuana zu handeln.

Mike ist ein geschäftstüchtiger Dealer, der seine Kundschaft mit Coolness auf Distanz hält und selbst weder kifft, trinkt oder raucht. In der Szene kursiert eine neue Droge, die Twelve genannt wird - eine Mischung aus Kokain und Ecstasy, die nach dem ersten Gebrauch sofort süchtig macht. Mike lässt die Finger von dem Zeug, aber sein Zulieferer Lionel (50Cent) hat da weniger Skrupel. Die Geschehnisse eskalieren, als Mikes Cousin bei beim Drogenkauf erschossen wird und Jessica (Emily Meade) für die Party des College-Alpha-Girls Sara (Esti Ginzburg) den neuen Stoff besorgt.

Gerade einmal 17 Jahre alt war Nick McDonell, als er mit „Twelve“ (2002) einen Kultroman für die Teenager der Millenniumsgeneration verfasste. Hautnah beschrieb er das leerlaufende Leben und den modischen Nihilismus der reichen Kids aus der Oberschicht Manhattans.

Regieveteran Joel Schumacher („Falling Down“) hat sich des Stoffes angenommen und die mehrsträngige Erzählung in ein kompaktes 90-Minuten-Format gepresst. Die Distanz zu den Charakteren ist Programm. Trotz seiner visuellen Kraft, dem stimmigen Erzählstil und dem verstörenden Finale rauscht „Twelve“ jedoch durch einen hindurch, ohne wirklich zu berühren.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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