Interview: Wladimir und Vitali Klitschko über ihre Box-Dokumentation

Interview: Wladimir und Vitali Klitschko über ihre Box-Dokumentation

Wladimir und Vitali Klitschko gehören zu den bekanntesten Boxern der Welt. Am Donnerstag bringt Regisseur Sebastian Dehnhardt den Dokumentarfilm „Klitschko“ in die Kinos, der das Leben der populären Ukrainer nachzeichnet.

Was hat Sie dazu bewogen, Ihr eigenes Leben auf die Leinwand zu bringen?

Wladimir Klitschko: Die Idee war schon länger im Raum. Wir haben ja auch zwei Bücher herausgebracht, da war ein Dokumentarfilm der logische nächste Schritt.

Vitali Klitschko: Ich gehe gern ins Kino und schaue mir Thriller, Dramen oder Actionfilme an. All das haben wir auch in unserem Film, aber aus dem echten Leben. Ich hoffe, dass der Film nicht nur Boxfans erreicht, sondern auch Menschen, die mit dem Sport nichts zu tun haben. Denn für mich ist der Film mehr als eine Sportdokumentation. Wir kommen aus einfachen Verhältnissen und haben unsere Träume verfolgt.

Lernt man beim Boxen mehr fürs Leben oder umgekehrt?

Wladimir Klitschko: Natürlich lernt man durch den Sport, sich auch im echten Leben durchzuboxen. Aber dank dieses Sports haben wir auch eine unglaubliche Ausbildung genossen. Wir konnten viel reisen, haben in verschiedenen Ländern gelebt, Sprachen gelernt, Gesellschaften und Rechtssysteme kennengelernt, uns mit Menschen

Vitali Klitschko: Jeder Promoter hat seine eigenen Geschäftsinteressen. Wenn man Glück hat, kommt man als Sportler an zweiter, wenn man Pech hat erst an zehnter Stelle. Es gibt viele Beispiele, wo Sportler nach ihrer Karriere - egal wie viel sie verdient haben - bankrott waren, während der Promoter weiter seine Geschäfte machte.

Ein Boxkampf ist eine hoch emotionalisierte Situation - wie bekommt man da sein Adrenalin unter Kontrolle?

Wladimir Klitschko: Aus emotionaler Sicht möchte ich gern den Gegner auseinander- nehmen, aber in technischer Hinsicht muss man die Emotionen außerhalb des Rings lassen. Wenn man zu emotional an einen Kampf herangeht, wird man Fehler produzieren. Das habe ich schmerzhaft erfahren.

Trotzdem ist ein Boxkampf auch ein Unterhaltungsevent. Wie viel Show steckt drin?

Wladimir Klitschko: Das ist verschieden. Muhammad Ali etwa war einer der größten Entertainer, auch im Ring.

Sie haben in der Ukraine als Politiker aktiv an der Demokratiebewegung mitgewirkt und auch schon für die Bürgermeisterwahl in Kiew kandidiert. Was ist härter, ein Boxkampf oder ein Wahlkampf?

Vitali Klitschko: Als ich mit Boxen angefangen habe, waren meine ersten Lehrstunden hart. Ich hatte überall blaue Flecken. Das Wichtigste im Leben ist Erfahrung. Ich bin seit 25 Jahren Boxer und kann mir erlauben, im Kampf die Hände runterzunehmen, weil ich voraussehen kann, was mein Gegner macht. In der Politik bin ich erst seit ein paar Jahren. Da habe ich schon viel gelernt, bin aber auch oft im übertragenden Sinne mit einer blutigen Nase nach Hause gekommen.

Was ist Ihr Ziel?

Vitali Klitschko: Unsere Partei will die Ukraine in Europa einbinden. Wir gehören zu Europa geografisch, mental und historisch. Ich wollte nicht so ein Sofa-Experte werden, der alles besser weiß.

Wladimir Klitschko, wenn Ihr Bruder in die Politik geht, wie sehen Ihre Pläne aus?

Wladimir Klitschko: Ich werde definitiv nicht in die ukrainische Politik gehen. Bei den Filmen von Til Schweiger habe ich gern mitgemacht, aber ich habe keine Ambitionen im Filmgeschäft.

In diesem Film treten Ihre Eltern zum ersten Mal vor die Kamera. Wie haben Sie sie gewonnen?

Vitali Klitschko: Ich habe es nicht geschafft, mein Bruder hat seine Geheimmethoden.

Von Martin Schwickert

aus jeder Schicht ausgetauscht.

Sie gehören zu den wenigen Boxern, die sich selbst vermarkten. Wie kam es dazu, dass Sie Ihre eigene Promotionfirma und später die Vermarktungs- und Managementfirma KMG gegründet haben?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.