Trio „Drei im roten Kreis“ beim Jazzfest im tif

Leichte Avantgarde

KASSEL. Dem slowenischen Philosophen Slavoj Zizek fällt auf, dass wir heute viele Produkte finden, die von schädlichen Inhalten gereinigt wurden: koffeinfreier Kaffee, fettfreie Sahne, alkoholfreies Bier. Der kritische Befund gilt auch für manche kulturelle Hervorbringung.

Am Mittwoch gastierte das Trio „Drei im roten Kreis“ im tif beim Jazzfest Kassel. Mit schönem Ton, stilvoller Virtuosität stellte sich der Düsseldorfer Altsaxofonist und Flötist Reiner Witzel vor, während Schlagzeuger Christian Scheuber und Kontrabassist Joscha Oetz für markante Grooves sorgten. Ein niveauvolles Konzert, das Anklang fand bei den knapp 50 Gästen.

Die bildhaften Stücke des Trios waren mal von einer Szene aus Michelangelo Antonionis Film „Zabriskie Point“, mal von griechischen Hafenhunden inspiriert. Neben einer perlenden Hommage an Charlie Parker gab es auch Elektronikeinsatz. Witzel schichtete da mehrere Saxofonspuren übereinander - und nannte es ein „kleines psychedelisches Gemetzel“. Die Jazzgeschichte hat jedoch schon ganz andere Ausbrüche erlebt. Diesen könnte man „Avantgarde light“ nennen.

Von Georg Pepl

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