Makelloser Händel in der Klosterkirche

Leiden mit Lucretia

Kassel. Auch wenn das Händeljahr 2009 seit einem Monat vorüber ist, ließ es sich die Kulturstiftung Klosterkirche Nordshausen nicht nehmen, ihrem Publikum noch ein ganz besonderes Programm zu präsentieren. In der vierten Veranstaltung der Konzertreihe „Händel in der Klosterkirche“ führten Cornelia Fiebig (Sopran), Christiane Wittekind (Querflöte), Almut Weise (Violoncello) und Christian Schäfer (Cembalo) mehrere Vokalkompositionen sowie die Sonate für Flöte und Basso Continuo e-Moll des in Halle geborenen, in London gestorbenen Komponisten auf.

Mit einem transparenten Ensembleklang, der durch die günstige Akustik der Kirche unterstützt wurde, und mit stilistisch sinnvollen Interpretationen überzeugte das Quartett auf ganzer Linie.

Bei vielen Werken machte sich Fiebigs Leidenschaft für Mollkompositionen bemerkbar. Gerade bei den dunklen und dramatischen Stücken wie etwa der Arie der Ginevra aus „Ariodante“, „Il mio crudel martoro“, kam die helle und klare Stimme der Barockspezialistin wunderbar zur Geltung. Bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit sie die schwer zu singenden Koloraturen, wie etwa bei der Nachtigallenarie aus „L’allegro, ill pensieroso ed il moderato“, makellos darbot.

Das umfangreichste und wohl dramatischste Stück war allerdings die „Lucretia-Kantate“, die auch den Höhepunkt darstellte. Lucretia bittet die Götter darum, ihren Vergewaltiger, den König Tarquinius, zu bestrafen. Schlussendlich begeht Lucretia Selbstmord, während Tarquinius wegen seiner Gewalttat vom Volk gestürzt wird. Kräftiger Beifall in der sehr gut besuchten Klosterkirche.

Von Sebastian Krämer

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