Kerim Pamuk mit Kabarett im Schlachthof

Leiden im Luxus

Kassel. Haben Bio-Faschisten von Alnatura und die Fundamental-Islamisten von Al Qaida mehr gemein als bisher gedacht? Wenn Gabi und Hassan sich über kulturell ausgelöste frühkindliche Traumata streiten, spricht der Kabarettist und Schriftsteller Kerim Pamuk aus der Seele deutsch-türkischer Beziehungen.

So auch am Donnerstagabend im Kulturzentrum Schlachthof. Hier bot Pamuk dem eher überschaubaren Publikum mit seiner dritten Bühnenshow „Leidkultur“ zwei Stunden lang „Kabarett oriental interaktiv“. Anatolische Schwermut und deutsches Wohlstandsgejammer - alles Luxusleid. Geprägt von seinen türkischen Wurzeln, dem Leben in Hamburg und der Vaterschaft von Zwillingen machte der Deutschtürke Pamuk das Private identifizierbar - und politisch relevant. „Voll korrekt“ natürlich, allerdings nicht immer ganz „pc“. Sympathisch schroff dröselte der Kabarettist Riten und Vorurteile im Alltag auf und kam damit äußerst gut an.

Da wurde nicht nur den pingeligen Deutschen der Spiegel vorgehalten, auch Schiiten und Sunniten kriegten ihr Fett weg. Der dröge Copyshop-Perser ist auf Partnersuche und der anatolische Mustermacho vollkommen orientierungslos. Dabei werden Kleinigkeiten global und die Ähnlichkeiten zwischen Deutschen und Türken spürbar.

Von Saskia Schenk

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