Leiser Charmeur: Bluesstar Keb’ Mo’ im Kasseler Kulturzelt

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Lieferte eine coole Show: Keb’ Mo’ im Kulturzelt. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ein moderner Superstar des Blues ist lässig, charmant und vor allem ein außergewöhnlicher Musiker. Am Samstagabend konnten die Besucher im ausverkauften Kulturzelt ein Laid-Back-Konzert der Extraklasse hören: Relaxed, locker, hoch präzise und vor allem leise.

Moderne Bluesmusik à la Keb’ Mo’ will ihre Wurzeln im Mississippi-Delta nicht leugnen, integriert aber Jazzelemente genauso, wie sie Folk- und Rockmusik aufnimmt und zu einer spannungsreichen Bluesmelange verarbeitet. Das Mixgetränk ging gut runter, weil es lässig war, leicht und groovie. Der Einstieg („Everything I need“) war Signal für den Abend: ein trocken-cleaner Sound, schnörkellose Beats und eine Stimme, die dem Soul und dem Gospel entspringt.

Dem Deltablues und Robert Johnson, dem Vater dieses Genres, bleibt Keb’ Mo’ mit seinen eher traditionellen Arrangements („Somebody hurt you“) und Akustikgitarre („I’m gonna be your man“) trotzdem verbunden. Dazu gehört auch, dass Keb’ Mo’ ein charmanter Geschichtenerzähler ist. Er lächelt verschmitzt, wenn er Alltagsprobleme preisgibt („Soon as I get paid“) oder eine Hommage an die Frauen dieser Welt vertont („Go ahead, be wild and free you don’t have to shave your legs for me“).

Mit einer kompletten Band (E-Gitarre, Keyboard, Bass, Drum) leise wippend bis hin zu einer vagen Sanftheit zu spielen und trotzdem hart und exakt jeden Beat das Publikum spüren zu lassen, ist eine große Kunst. Keb’ Mo’ beherrscht sie.

Der Bluesmann, der eigentlich Kevin Moore heißt, ist politisch wach („Government Cheese“), 63 Jahre alt, sieht 20 Jahre jünger aus und hat im Blues schon alles erreicht. Grammys hat er reichlich und mittlerweile eine Band auf der Tour, deren Timing nur schwer zu überbieten sein dürfte. Keb’ Mo’ gibt vier Konzerte in Deutschland. Eins davon in Kassel. Das Publikum war mehr als zufrieden.

Von Michael Lacher

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