Leonardo DiCaprio im Interview: „Hollywood ist meine Universität“

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Zwei Stars beim Dreh: Leonardo DiCaprio als J. Edgar Hoover (links) mit Regisseur Clint Eastwood.

Längst ist der einstige Teenieschwarm Leonardo DiCaprio im Charakterfach angekommen. In Clint Eastwoods Film „J. Edgar“ spielt er den FBI-Chef J. Edgar Hoover.

Sie gelten in Hollywood als einer der eifrigsten Schauspieler. Sind das Ihre vererbten deutschen Tugenden?

DiCaprio: Kann schon gut sein. Ich habe das immer an den Deutschen bewundert. Sie nehmen ihre Arbeit sehr ernst, und sie absolvieren sie meist mit Bravour. Das ist doch eine Tugend, die man annehmen kann, oder?

In „J. Edgar“, dem Film über den wohl einflussreichsten FBI-Boss, den die USA jemals gesehen hat, altern Sie enorm. War es schwierig, sich im Film altern zu sehen?

DiCaprio: Nein, aber es war sehr anstrengend. Ich habe stundenlang in der Maske gesessen. Und es war auch ein bisschen komisch, sich als 70-jährigen Mann zu sehen. Aber genau das ist es ja, was meinen Job so spannend macht.

Es wurde und wird spekuliert, dass Hoover homosexuell war. Was glauben Sie?

DiCaprio: Er war nie verheiratet und hat die meiste Zeit seines Lebens mit Clyde Tolson verbracht. Sie haben ihr Leben dem Service für Amerika geopfert. Hoover war unglaublich paranoid. Er hat seine Emotionen stets unterdrückt. Ich glaube, niemand kennt die Wahrheit.

Sie haben in diesem Film mit Clint Eastwood zusammengearbeitet. Wie war das?

DiCaprio: Fantastisch. Aber du musst deine Hausaufgaben machen, wenn du mit Clint Eastwood arbeitest. Er verlangt das von dir. Sonst kriegst du einen hinter die Löffel.

Sie haben sich seit „Titanic“ in der Branche etabliert. Wie suchen Sie sich heute eigentlich Ihre Projekte aus?

DiCaprio: Nun, sie müssen mich persönlich ansprechen, mich irgendwie inspirieren.

Apropos „Titanic“, es wird immer wieder geschrieben, dass Sie die Arbeit an diesem Film überhaupt nicht gemocht haben. Stimmt das?

DiCaprio: Nein, warum sollte das stimmen? Der Job hat mir alle Türen in Hollywood geöffnet. Ich bin auch heute noch sehr stolz darauf, ein Teil eines Films zu sein, der solch großartige Kinogeschichte geschrieben hat.

Sie haben meist Rollen, in denen Sie cool sind und immer gut aussehen. Würden Sie auch mal eine Rolle annehmen, in der Sie sich total gehen lassen müssten, also auch innere und äußerliche Hässlichkeit in Kauf nehmen?

DiCaprio: Einige meiner Charaktere waren ja innerlich schon recht verdorben. Und in diesem Film spiele ich für einen Großteil einen alten Mann. Damit beantwortet sich Ihre Frage dann ja wohl.

Würden Sie heute sagen, dass Ihr Umweltengagement mehr ist als ein Hobby?

DiCaprio: Es ist mein zweiter Job.

Dabei ist Hollywood selbst auch ein Umweltverpester. Sie tragen also Mitschuld.

DiCaprio: Es stimmt leider, die Filmindustrie trägt sehr zur Umweltverschmutzung bei. Das liegt daran, dass wir sehr viel Abfall produzieren.

Was können wir tun, um die Umwelt zu schützen?

DiCaprio: Wir müssen dafür sorgen, dass wir Geld, Zeit und Energie in Firmen investieren, die sich um die Erde Gedanken machen.

Was bedeutet Ihnen Hollywood heute?

DiCaprio: Hollywood ist immer so ein bisschen meine Universität. Und ich habe manchmal das Gefühl, dass ich erst am Anfang meiner Ausbildung stehe. (Ricore)

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