Leser wählen Filme für das Open Air Kino 2011 aus

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Traumpaar in einem traumhaften Film: Rani Mukherji und Shah Rukh Khan in "Sometimes Happy, Sometimes Sad"

Auch in diesem Jahr dürfen HNA-Leser wieder Filme für das Programm des Open Air Kinos (23. Juni bis 3. September) mitbestimmen. Zur Wahl stehen die erfolgreichsten und beliebtesten Filme, die seit Gründung dieser Institution im Hof des Dock 4, gezeigt wurden.

Wählen Sie mit

Senden Sie Ihre drei Lieblingsfilme aus der unten stehenden Auswahl per E-Mail an dasistlos@hna.de

30 Jahre wird der Filmladen an der Goethestraße in diesem Jahr alt. Das hat auch Auswirkungen auf das vom Filmladen-Team alljährlich veranstaltete Open-Air-Filmfest im Hof des Dock 4 hinter dem Fridericianum. Es soll ein Jubiläums-Filmfest werden, obwohl es das Open Air Kino erst seit 24 Jahren gibt.

Deshalb steht diesmal nicht eine Auswahl aus den besten Filmen des vergangenen Jahres plus ein paar Perlen aus den Vorjahren an, sondern ein „Best of“ vom „Best of“ – sprich: Zur Wahl stehen die erfolgreichsten und meist gewünschten Filme des Open-Air-Kinos seit dessen Anfängen.

Fünf, der im Folgenden kurz vorgestellten Filme werden in das Programm des Open Air Kinos aufgenommen. Welche? Das entscheiden Sie, die HNA-Leser. Ihre Wahl wird auch belohnt. Unter allen Teilnehmern, egal ob per Karte, Brief oder E-Mail, verlosen wir eine Dauerkarte, zwei Zehnerkarten und drei Fünferkarten für die vom 23. Juni bis 3. September stattfindende Freiluft-Kino-Saison.

Folgende Titel stehen zu Wahl:

Alexis Sorbas“ (Griechenland 1964)

Brillante Schauspieler vor einer archaischen Kulisse und großartige Musik – ein exotisch-fesselnder Klassiker, der seinerzeit sämtliche Kassenrekorde brach.

Schwarze Katze, weißer Kater (D/F/YU 1998)

Ein im positiven Sinne verrückter Film von Emir Kusturica über das Zigeunerleben. Zuerst staunt man, dann wird einem ganz warm ums Herz und am Ende möchte man sofort an die Donau ziehen, um bei den Zigeunern zu leben.

Rocky Horror Picture Show (USA 1974)

Ein süßer Transvestit aus dem transsexuellen Transsylvanien: Tim Curry in der "Rocky Horror Picture Show"

Alle Filme die in diesem Jahr zur Wahl stehen, sind Kult. Aber von allen ist dies vermutlich der kultigste. Die Geburtsstunde von Stars wie Meat Loaf, Tim Curry und Susan Sarandon. Reis, Spritzpistolen und Toastbrot nicht vergessen!

Delicatessen (Frankreich 1991)

Lange vor „Die fabelhafte Welt der Amelie drehten Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro diesen, irgendwo zwischen Surrealismus, Comic Strip und Slapstick angesiedelten Klassiker, bei dem man selbst beim zehnten wiedersehen noch Neues entdecken kann.

Wer früher stirbt, ist länger tot (D 2006)

2006 brachte Regisseur Marcus H. Rosenmüller mit dieser Komödie frischen Wind ins deutsche Kino. Der Film erhielt den Deutschen Filmpreis in den Kategorien Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Filmmusik und Bester Spielfilm.

Leolo (Can/F 1992)

Ein rauschhafter Strom von Bildern, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. Regisseur Jean-Claude Lauzon, der nach diesem Film bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, hat mit „Leolo“ ein unvergessliches Meisterwerk geschaffen, das den Zuschauer mal verzaubert, mal schockiert, aber niemals kalt lässt.

Night on earth (USA 1991)
Definierte das Genre des Episodenfilms neu. Fünf Geschichten á 25 Minuten. Sie passieren an fünf Orten (Los Angeles, New York, Rom, Helsinki, Paris) in ein und derselben Nacht unter anderem mit Winona Ryder, Armin Müller-Stahl, Beatrice Dalle und Roberto Benigni. Dazu erklingt Musik von Tom Waits.

Blues Brothers (USA 1979)

Ein scharfes Duo: Dan Aykroyd (links) und John Belushi sind die "Blues Brothers".

Egal wie oft man sich diesen auf höchstem Grad unterhaltsamen Film über  die Abenteuer einer Band, die zwar Blues Brothers heißt, aber lupenreinen Soul spielt, anschaut - es werden immer 106 Meilen nach Chicago sein, Jake (John Belushi) und Elwood Blues (Dan Aykroyd)  werden genug Benzin im Tank und ein halbes Päckchen Zigaretten haben, es wird dunkel sein und sie werden Sonnenbrillen tragen. Dieser Film hat den Begriff „Coolness“ neu definiert.

The Big Lebowski (USA 1997)

Das ist der Dude. Und der Dude ist immer cool. Jeff Bridges in "The Big Lebowski".

Bei jedem neuen Anschauen des Films fällt einem ein anderer Spinner auf - sei es die feministische Maude Lebowski, die eine merkwürdige Art von Kunst ausübt und gerne ein Kind, aber keinen Lebenspartner will, sei es Walter mit seinen ständigen Vietnam-Vergleichen, sei es der erzkonservative Millionär Lebowski, sei es dieser bekloppte Polizeichef von Malibu oder selbst der Taxifahrer, der total ausrastet, als ihm der Dude – Jeff Bridges in seiner Paraderolle - steckt, dass er die Eagles hasst.  Nur der Dude bleibt immer cool, egal, welchen Schwachsinn die anderen reden.

Lang lebe Ned Devine (Großbritannien 1998)

Englands Filmemacher werden wegen ihres trockenen, britischen Humors weltweit geliebt. „Lang lebe Ned Devine“ ist geradezu ein Paradebeispiel diese Filmkunst. Getragen wird die liebevolle Geschichte nicht nur von zwei kauzigen Hauptdarstellern um die 70, sondern auch von einer tollen Ensemble-Leistung, bei er es viele Nebencharaktere gibt, die einem im Laufe des Films so richtig ans Herz wachsen können. Und am Ende wird der sogar im wahrsten Sinne des Wortes zu einer „göttlichen Komödie“.

Fabelhafte Welt der Amelie (Frankreich 2001)

Der Film über die naive Kellnerin Amélie, die mit Vorliebe andere Menschen miteinander verkuppelt, ist eine der erfolgreichsten französischen Produktionen aller Zeiten. Audrey Tautou  glänzt in der Rolle ihre Lebens und auch die Filmmusik von Yann Tiersen trägt gehörig zur Wirkung dieses großen warmen (Sommernachts-) Traums bei. Regisseur des Meisterwerks ist  Jean-Pierre Jeunet (siehe auch „Delicatessen“).

Elling (Norwegen 2001)

Zwei, zugegeben nicht ganz normale, aber umso liebenswürdigere Freunde, Elling und Kjell Bjarne, machen sich auf, um nach einigen Jahren Isolation in einer psychiatrischen Anstalt das "normale Leben" kennen zu lernen. "Elling", der erfolgreichste norwegische Film aller Zeiten und 2002 auch für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert, ist eine gelungene Mischung aus Gesellschaftskritik und Komödie. Wer auf etwas anspruchsvolleren Humor steht, wird hier bestens bedient.

Bella Martha (Deutschland/I /AU/CH 2001)

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Doch bis Martha (Martina Gedeck), die Chefköchin eines kleinen Restaurants, dies begreift, muss viel geschehen. Wenn die Kamera in die Töpfe schaut, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Martina Gedeck spielt ihre Rolle so anrührend, dass sie dafür im Juni 2002 den Deutschen Filmpreis in Gold erhielt. Großes Kino, leicht verdaulich und von Regisseurin Sandra Nettelbeck (Unbeständig und kühl) in einem beschaulichen Tempo inszeniert.


Populärmusik aus Vittula (FIN./S. 2006)

Vittula, Stadtteil von Pajala in der nördlichsten Ecke Schwedens in den 60er Jahren. Dort Kind zu sein, ist hart. Dort Jugendlicher zu sein, noch härter. Die von der Großmutter geerbte Bibel gegen eine Beatles-Platte einzutauschen, ist da nur ein allererster Schritt und einer von vielen derben und grotesken Einfällen, mit denen dieser Film glänzt. Selten hat man karges Landleben und wirtschaftliche Abgeschiedenheit so gekonnt in Szene gesetzt. Der Film ist ein einziges Plädoyer für Minderheiten.


Alles auf Zucker (Deutschland 2004)

Für den vollkommen unverkrampften und ganz einfach witzigen Umgang mit Themen, die sonst nur bierernst in den Feuilletons abgehandelt werden, gebührt Regisseur Dani Levy  großer Respekt. „Alles auf Zucker!" ist der lustigste Umgang mit der deutschen Geschichte neben "Good bye, Lenin", wenngleich es sich hier auch um eine ganz andere Deutsche Geschichte handelt. Ein unterhaltsamer Abend ist auf jeden Fall garantiert.

Mamma Mia (USA 2008)

Endloser Sommer, endloses Vergnügen: Dominic Cooper trägt Amanda Seyfried auf Händen in "Mamma Mia"

Eine Mutter, eine Tochter, drei mögliche Väter und eine unvergessliche Hochzeit. Daraus wurde der erfolgreichste Open-Air-Kino-Film der letzten Jahre. Es gibt Zuschauer, die haben jede Vorstellung besucht, denn hier stimmt einfach alles: Um Hochzeit zu feiern, alte Freunde zu entdecken und neue Familien zu gründen, hat sich ein beeindruckendes Ensemble mit Stars wie Pierce Brosnan, Colin Firth und Julie Walters auf einer idyllischen Mittelmeerinsel versammelt – angeführt von Oscarpreisträgerin Meryl Streep. Dazu die zeitlose, unvergessliche Musik von Abba und das alles unter freiem Himmel in einer lauschigen Sommernacht – optimale Voraussetzungen für pures Kinovergnügen.

Willkommen bei den Sch’tis (Frankreich 2005)

Ein Film über Essen, Trinken, Liebe, Freundschaft und die Angst vor schlechtem Wetter, den vor drei Jahren jeder dritte Franzose gesehen hat. 21 Millionen pilgerten seinerzeit ins Kino, um einem südfranzösischen Postamtdirektor und einem nordfranzösischen Briefträger dabei zusehen, wie sie sternhagelvoll die Post austragen, beinah von den Rädern kippen und zur Feier ihrer reichlich begossenen Freundschaft ins Dorfgewässer pinkeln.  Seither denkt weder in Frankreich noch anderswo jemand, dass der Norden des Landes ein Armenhaus ist, in dem arbeitslose Alkoholiker hausen, die an einer Sprachstörung leiden und ihre Haustiere grillen. Neben „The Big Lebowski“ (s.o.) der lustigste Film, der zur Wahl steht.

Saint Jaques – Pilgern auf französisch (F. 2005)

Der Film über drei unterschiedliche und zerstrittene Geschwister, die um Ihr Erbe antreten zu können, gemeinsam den Jakobsweg pilgern müssen, zeigt einerseits  humorvoll andererseits aber  auch auf eindringliche Art und Weise, wie die Wanderung verhärtete Muster bei allen Beteiligten der Pilgerreise aufbricht und neue Sichtweisen auf das Leben ermöglicht. Dabei wird auch deutlich, dass eine solche Reise nicht nur für Gläubige eine unheimliche Bereicherung sein kann. Hinzu kommen faszinierende Landschaftsaufnahmen. Mit Sicherheit hat „Saint Jacques …“ nicht wenige Kinobesucher in aller Welt dazu verführt, mal selbst den Pilgerweg nach Santiago de Compostela zu gehen.

Emmas Glück (Deutschland 2006)

„Emmas Glück“ ist eine dieser raren filmischen Perlen, die sich ohne falsches Pathos, aber mit viel Gefühl an die wirklich großen Themen des Lebens heranwagen und dabei auf ganzer Linie gewinnen. Es gibt witzige Szenen, doch der Film ist keine Komödie, es gibt skurrile Szenen, rührende und ganz weiche; man riecht förmlich die Gerüche des Bauernhofs, auf dem Emma (Jördis Trebel) lebt, die Schweine und die Landluft, doch man sieht keinen Heimatfilm. Als Autoverkäufer Max (Jürgen Vogel) nach einem Unfall auf der Flucht in dieser Idylle landet, wird aus „Emmas Glück“ auch noch ein wunderbarer Liebesfilm, der ohne Schmalz auskommt. So sollte gutes Kino sein.

Wir können auch anders (D 2002)

Ein sogenanntes Road-Movie mit romantisch-melancholischem Einschlag, dessen Titel als ironische Drohung an die Sehgewohnheiten jener Filmfans zu verstehen ist, die bei dem Wort „Mörder" nur an Thriller denken und bei „Liebesgeschichte“ nur an Bettszenen. Zwei Brüder, die nicht lesen können, treffen auf einen flüchtigen Rotarmisten mit einer Kalaschnikow und eine junge Frau im kurzen Rock. Das ganze spielt in Deutschland , ist von Detlev Buck gradlinig inszeniert und steckt voller hinreißender Einfälle, Umwege und Fallen – ein Glücksfall für das deutsche Kino mit so großartigen Darstellern wie Sophie Rois, Joachim Król und Horst Krause.

The Matrix (USA 1998)

Kino war nicht mehr dassselbe nach "The Matrix"

Stelle man sich einmal vor, die Welt, in der wir leben, existiert nicht. Sie wird von Maschinen beherrscht, die ein nahezu perfektes Computerprogramm entwickelt haben, die Matrix, in dem wir leben. Menschen werden gezüchtet. Die ganze Welt ist eine reine Illusion. Dieser Grundgedanke steht hinter dem Kult-Film (was zumindest auf diesen ersten Teil zutrifft), der mit bis dato noch nie angewandten Techniken von den Brüdern Andy und Lana Wachowski realisiert wurde. In Zeitlupe fliegen dem Zuschauer die Pistolenkugeln ums Gesicht. Man kann sehen, wie das kleine Stück Metall die Luft bei Seite drückt. Das letzte Drittel des Films zählt ohnehin zum Furiosesten, was je auf einer Kinoleinwand zu sehen war.

Sometimes Happy, Sometimes Sad (Indien 2001)

Klassische Bollywood-Stars in einem Bollywood-Klassiker: Jaya Bachchan (links) und Amitabh Bachchan in "Sometimes Happy, Sometimes Sad"

Mit der Aufführung dieses Films im Open Air Kino 2001 begann in Deutschland die Bollywood-Welle. Das ist weder gelogen noch übertrieben. Alle hatten seinerzeit Skepsis, ob so etwas funktioniert: Über drei Stunden Kino mit prächtigen Tanzszenen, ergreifenden Gesangseinlagen, großen Gefühlen und beeindruckenden  Landschaftaufnahmen. Nicht ganz kitschfrei, aber streckenweise zum heulen (wirklich!) schön.

Und dann war der Innenhof des Dock 4 voll und Veranstalter, Verleih und die Medien merkten auf einmal, dass im indischen Kino etwas passiert, was viele Menschen anspricht. (Bei RTL hat man das erst vier Jahre später begriffen und eine ganze Bollywood-Serie gestartet. Heute gibt es in jeder DVD-Abteilung eine Bollywood-Ecke.) Feiern wir diesen Erfolg und Weltstars wie Shah Rukh Khan, Kajol, Amitabh Bachchan, Rani Mukherji, Hrithik Roshan, Kareena Kapoor und viele andere Größen des indischen Kinos mit einem Revival zehn Jahre danach. „Kabhi Khushi, Kabhie Gham“ – so der Original-Titel – wird auch in Indien auf Dorf- und Marktplätzen Open Air gezeigt.

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