Geglückter Start ins Kasseler Weltmusikfestival mit Ragga Gröndal und Harald Haugaard

Leuchtende Nordlichter

Geheimnisvoll: Sängerin Ragga Gröndal, Claudio Spieler (Percussion) und Dudmundur Pétursson (Gitarre ) vom Icelandic Folk Ensemble. Foto: Fischer

Kassel. Denkt man an Weltmusik, dann meist an ferne Kontinente: Asien, Afrika und Südamerika. Zauberhafte und geheimnisvolle Klangbilder aber lassen sich auch in der europäischen Kultur finden. Bei den „Nordlichtern“ zum Beispiel. Bei Finnen, Schweden, Dänen, Isländern. Das 13. Kasseler Musikfestival soll davon Zeugnis geben.

Musik aus Island und Dänemark eröffnete das Festival am Freitag im vollen Foyer der Kasseler Sparkasse in der Wolfsschlucht. Das Engagement des Kulturzentrums Schlachthof und die Förderung der Kulturstiftung der Sparkasse machte es möglich. Nachdem Moderator Gregor Pram, Vorstandsvorsitzender Dieter Mehlich und Oberbürgermeister Bertram Hilgen begrüßt hatten, formierte sich die Sängerin, Pianistin und Komponistin Ragga Gröndal mit dem Icelandic Folk Ensemble zum Auftritt.

Die Künstler kommen aus einer Welt, in der geheimnisvolle Mythen, Sagenfiguren, Elfen und Trolle zur Kulturgeschichte gehören. Gröndal besingt diese Welt. In ihrem hellblauen Märchenkleid könnte sie ihr entstiegen sein. Neuinterpretationen traditioneller isländischer Musik gilt ihr Fokus. Die Künstlerin und ihre Band interpretierten Melodien und Texte mit Charisma und Gefühl. Mit lang gezogenen, oft gehauchten Gesangslinien tauchte sie in die Mythenwelt ein - und entstieg ihr lächelnd. Mal nimmt ihre Stimme die Farbe eines Mädchens an, das sich staunend in einer fremden Welt verliert, mal klingen die Stücke wie bergende Wiegenlieder.

Weniger geheimnisvoll, dafür mit Violine und viel Humor folgte der „dänische Paganini“ Harald Haugaard, den Kritiker zu den weltweit besten Folkgeigern zählen. „Eigentlich“, erzählte er, „wollte ich als Junge lieber Fußball spielen, als Geige lernen.“ Neben schmeichelnden Violinenstrichen, die seine Band mit perlenden Pianotönen, Cello, Bass und Percussion unterstrichen, setzte Haugaard auf Vielseitigkeit und Humor. Zwischen Walzer, Polka, Folk, Klassik und dänischer Tanzmusik platzierte er Anekdoten: Mit zehn sollte er einen Walzer lernen, sein Großvater belohnte ihn mit einer Münze. Geld, so die Botschaft, ist der Antrieb für die Kunst. „Das sage ich, weil wir in einer Sparkasse sind.“ Viel Applaus für diese Nordlichter.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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