Will Saldens „Glenn Miller Orchestra“ zu Gast im Kasseler Opernhaus

Leuchtende Swing-Ära

Exquisite Swing-Melodien: Das „Glenn Miller Orchestra“ beim Gastspiel im Kasseler Opernhaus. Foto: Malmus

Kassel. Charakteristisch für den Swing-Stil der 1930er-Jahre war das Entstehen großer Orchester - der Big Bands -, deren goldene Ära von verschiedenen Stilmitteln geprägt wurde. Im Orchester des legendären amerikanischen Jazz-Posaunisten Glenn Miller flossen diese Ströme zusammen: die New-Orleans-Tradition, die Riff-Technik und die „weiße“ Präzision.

Glenn Millers Kompositionen leuchten noch heute. Das „Glenn Miller Orchestra“ unter der Leitung des Niederländers Will Salden begeisterte damit am Donnerstag die Besucher im gut gefüllten Opernhaus. „Evergreens in Swing“ heißt das Programm. Es verschmilzt Millers Ohrwürmer mit Arrangements anderer legendärer Bandleader wie Billy May oder Tom Dorsey. Als Sahnehäubchen gibt es noch unvergessene Filmmelodien wie Charly Chaplins „Smile“ dazu. Beeindruckend wie authentisch dieses Orchester in puncto Stil, Ausstrahlung und musikalischer Perfektion klingt.

Den Auftakt machte Glenn Millers Ohrenschmeichler und Erkennungsmelodie „Moonlight Serenade“, die sogleich für swingende Wohlfühl-Temperaturen sorgte. Auch Sängerin Miett Molnar gab dem Konzert Farbe. Im Abendkleid präsentierte sie Stücke, denen einst Doris Day („You Won’t Be Satisfied“) oder Marylin Monroe („Diamonds Are A Girls Best Friend“) ihre Ausstrahlung gaben. Etwas bedauerlich, dass ihre Gesangsstimme sehr gedämpft aus den Boxen kam.

Anders das Orchester, das sehr klar und differenziert zu vernehmen war. Stücke wie „Take The A-Train“, Tom Dorseys „Song of India“ oder der „Chattanooga Choo Choo“, dessen Melodie Udo Lindenberg zu seinem „Sonderzug nach Pankow“ inspirierte, sprudelten klar wie Quellwasser von der Bühne. Auch Humor war Trumpf. Da watschelte mal die Posaunenfraktion im Entengang über die Bühne oder hüpften die Musiker nacheinander wie Gummibälle von ihren Sitzen. Lautstarker Beifall und zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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