Bachs Weihnachtsoratorium in St. Familia

Licht und Schatten

Siegfried Heinrich

KASSEL. Die Eurovisionsfanfare eröffnete am Samstagabend das ausverkaufte Konzert in der St.-Familia-Kirche - und es war keine Fernsehaufzeichnung. Das „Te Deum“ des Barockkomponisten Marc-Antoine Charpentier machte den Auftakt, ein Werk, aus dem wohl jeder die Melodie des Präludiums kennt. Ebenso festlich ging das Programm weiter mit den Teilen 1 bis 3 aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium.

Es wurde eine durchwachsene Bescherung. Zwar sind die Virtuosi Brunensis ein respektables Orchester, wie man im Sommer beim Festival „Oper in der Stiftsruine Bad Hersfeld“ festgestellt hatte. Diesmal aber ging einiges daneben. Im Duett „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“ (in Teil 3) wurde Bachs Oboe d’amore-Satz fast schon bemitleidenswert schief gespielt. Auch das Violinsolo in der Alt-arie „Schließe, mein Herze“ erwies sich nicht gerade als Mirakel an Intonationsreinheit. Weitaus besser schlugen sich der Flötensolist und die Trompeter.

Mit einer soliden Darbietung wusste der groß besetzte Hersfelder Festspielchor aufzuwarten. Dirigent Prof. Siegfried Heinrich ließ es nicht an Einsatz fehlen, nahm die Choräle zügig, ohne Verweilen bei den Fermaten. Und die Vokalsolisten Claudia Götting (Sopran), Adelheid Krohn-Grimberghe (Alt), Daniel Wagner (Tenor), Wieland Lemke (Bass) und - kurz bei Charpentier - Birgit Küllmar (Alt)? Es gab hier auch Wackler und mehr absolvierte als gelöst gesungene Beiträge. Am attraktivsten geriet der Anteil von Wieland Lemke, der - eine hübsche Ironie - kurzfristig eingesprungen war. Viel Schlussbeifall. Foto: nh

Von Georg Pepl

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