Viel Jubel fürs Jugendsinfonieorchester

Lichte Töne im Dunkel

Kerry Jago

Kassel. Der Musikwissenschaftler und Philosoph Theodor W. Adorno war nie als besonders feinfühliger Kritiker bekannt. Insbesondere seine Glosse über Sibelius gilt als eine seiner vernichtendsten Kritiken. Am Sonntagabend stand das programmatische Werk „Pelléas und Mélisande“ des Finnen auf dem Programm des Kasseler Jugendsinfonieorchesters.

Die 1905 auf Grundlage eines Schauspiels von Maurice Maeterlinck entstandene neunsätzige Suite endet mit dem Tod der Hauptperson Mélisande. Bereits zuvor wird ihr Geliebter Pelléas von dessen Halbbruder Golaud aus Eifersucht ermordet. Dem mit einem klaren Dirigat überzeugenden Dirigenten Kerry Jago schien dieses Stück in seiner ursprünglichen Form offensichtlich zu düster. Vielleicht um das Publikum im gut gefüllten Saal der Waldorfschule nicht in allzu traurige Stimmung verfallen zu lassen, stellte er Haydns Cellokonzert in der strahlenden „Lichttonart“ C-Dur als „Interludium“ zwischen den 5. und 6. Satz der Suite.

Der Solopart wurde von der 21-jährigen Studentin der Musikhochschule Lübeck Jola Isberner ausgeführt. Abgesehen von gelegentlichen Schwächen in der Intonation überzeugte die Kasselerin mit einem reifen Ton und einer guten Technik, unterstützt von einem glänzend aufgelegten Orchester.

Besonders in Beethovens erster Sinfonie C-Dur stellte das Orchester mit einem brillanten Klang und enormer Dynamik seine Professionalität unter Beweis. Vollkommen verdient wurde die Leistung der Solistin und des Orchesters mit Bravo-Rufen und tosendem Beifall gefeiert.

Von Sebastian Krämer

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