Lichtenberg-Schüler zeigen „Lenz“

Eine überzeugende Bearbeitung der Georg-Büchner-Erzählung "Lenz" brachte der Kurs Darstellendes Spiel der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Kassel auf die Bühne.

Kassel. Von Angst und Leere gepeinigt, badet der Schriftsteller Lenz, der im Elsass bei Pfarrer Oberlin eine Bettstatt gefunden hat, mitten in der Nacht in eisig kaltem Wasser, schlägt mit Kopf und Körper an die Steine, um mit körperlichem Schmerz das Seelenleid zu überdecken. Am Dienstag zeigten 13 Schüler des Kurses Darstellendes Spiel der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule (Leitung: Markus Strube) eine selbst entwickelte Bühnenfassung der Erzählung „Lenz“ (1839) von Georg Büchner, die von dem psychisch kranken Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz handelt.

Geschickt zerlegten die Kursteilnehmer den Text in acht Szenen. Die Zersplitterung des Stücks wird zur Metapher für die Zersplitterung der Persönlichkeit des Protagonisten. Sieben schwarz angezogene Mädchen sowie ein Junge in rotem Kleid spielen die tragische Figur. Zwischen den Szenen mit gekonnter Lichtführung tritt Oberlin auf, berichtet aus der Erzählerperspektive. Die Zuschauer sitzen im Geschehen, werden angesprochen. Stockfinster ist es, ein Mädchen rennt herum, schreit „erlöse mich“, „es martert mich“, läuft hinaus, die Schreie hallen nach. Ebenso eindringlich ist die Szene, als Lenz allein im Haus Stimmen hört.

Als ein Mädchen gestorben ist, sitzt Lenz vor dem toten Kind, fragt: „Warum hat niemand geholfen?“ Begleitet von einem Choral tragen sämtliche Darsteller das Kind hinaus. „So lebte er dahin“, sind die letzten Worte des Pfarrers. Viel Applaus für die tolle Leistung.

Es spielten: Tobias Dung, Deborah Gaiser, Kim Gerlach, Janna Josten, Muriel Koch, Mia Krug, Sara Lenz, Marian Seibert, Nanon Wollenhaupt, Niklas Stodolski. Technik: Carsten Ströhmer.

Wieder heute und Freitag, 19 Uhr.

Von Gesa Esterer

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