Gregorian in der Stadthalle: Als Mönche verkleidete Sänger präsentieren Rock-Songs im Mittelalter-Sound

Die Lichtshow steht im Zentrum

Mystische Atmosphäre: Das Ensemble Gregorian beim Auftritt in der Kasseler Stadthalle. Foto: Hedler

Kassel. Dicker Bühnennebel wabert in die Höhe. Wie Laserschwerter durchdringen weiße Lichtbahnen die in tiefes Rot getauchte Bühne. Die Konturen von acht Gestalten werden sichtbar. Sie tragen Mönchsgewänder. Ein mystisches Bild. Auch der Klang passt dazu: Im Gesangsstil des gregorianischen Chorals mittelalterlicher Mönche singt die Gruppe. Die Lieder stammen aber aus einer anderen Zeit: Es sind Pop- und Rock-Hits aus den letzten Jahrzehnten, durchsetzt mit viel Hall und wuchtigen Drum-Beats, begleitet von elektrischen Gitarren und einem opulenten Lichtspektakel.

Die sich aus britischen Sängern zusammensetzende Formation Gregorian gastierte am Sonntag in der gut gefüllten Kasseler Stadthalle. Die Produktion ist auf ihrer Abschiedstournee. Der Hamburger Musikproduzent Frank Peterson hatte Anfang der 1990er-Jahre die Idee, konventionelle gregorianische Musik mit moderner Unterhaltungsmusik zu mischen. Das Konzept, die Sänger in Mönchgewändern auftreten zu lassen, war ein weiterer Schachzug, der von einem Millionenpublikum gefeiert wurde. 16 Studioalben wurden veröffentlicht.

Auch die Stücke der aktuellen Tournee sind Ohrwürmer: „Kiss From A Rose“ (Seal), „Meadows Of Heaven“ (Nightwish), „Now We Are Free“ aus dem Film „Gladiator“, das gute alte „Lady In Black“ von Uriah Heep, ein elegisch intoniertes „Hells Bells“ von AC/DC und viele andere. Allesamt gesungen im gregorianischen Stil und von einer sechsköpfigen Band begleitet.

Da punktet der Wiedererkennungswert, mehr aber noch begeisterte das Publikum die Show, die Inszenierung, besonders die Lichtspektakel. Die sich bündelnden, sich brechenden und rotierenden Scheinwerfer, die unheimlich wirkenden Mönche, die bei einem Stück das Licht über Spiegel in den Raum schicken, bei einem anderen auf große Standtrommeln einschlagen.

Auch eine Sängerin in Fantasie-Kostümen gehört zur Inszenierung. Ihre Gesangsstimme ist nicht atemberaubend, dafür aber verströmt sie Mystik und Erotik. Das Publikum ist von der Show begeistert und applaudiert im Stehen. Zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.