Der Klassiker „Schwanensee“ als Gastspiel der Ballettakademie Rudolf Nurejew in der Kasseler Stadthalle

Die Ballettakademie Rudolf Nurejew mit Schwanensee in der Kasseler Stadthalle 

Klassisches Ballett aus Russland: Unser Bild zeigt eine Szene aus dem ersten „Schwanensee“-Akt. Die Solisten sind Sofia Gavrjuschina (Odette/Odile) und Naiel Enikeew (Prinz Siegfried). Links im Hintergrund das Ensemble. Foto: Malmus

Kassel. Dafür musste es einfach Zwischenbeifall geben: „Fouetté en tournant“ heißt im Ballett eine spektakuläre Bewegung, bei der sich die Tänzerin auf dem einen Bein um den Körper dreht, während sie mit dem anderen Schwung holt. Berühmt sind die 32 Drehungen der Odile im dritten Akt von „Schwanensee“.

Die Ballerina Sofia Gavrjuschina wusste damit in der Kasseler Stadthalle zu beeindrucken.

600 Zuschauer waren gekommen, um den Ballettklassiker in der Aufführung der Russischen Staatlichen Ballettakademie Rudolf Nurejew zu erleben - und sich davon verzaubern zu lassen. Zwar erklang die Musik als Zuspielung aus der Konserve in nicht sonderlich guter Tonqualität. Aber das Können der jungen Tänzer, die so schwelgerisch komponierten Tschaikowsky-Klänge und die gefühlvolle Geschichte verfehlten nicht ihre Wirkung.

Schwarz und Weiß

Was „Schwanensee“ außerdem besonders macht, ist die klischeehafte wie zugespitzte Aufspaltung einer Frauenfigur in Gut und Böse, die Doppelrolle des weißen und des schwarzen Schwans. Der Zauberer Rotbart täuscht den Prinzen Siegfried mit Odile, dem dämonischen Gegenbild der reinen Odette.

Kinogänger kennen dies aus dem reißerischen Thriller „Black Swan“, in dem eine Tänzerin auf der Suche nach der angemessenen Darstellung der verführerischen Odile in einen Psycho-Albtraum gerät.

In der Stadthalle ging es freilich ganz klassisch zu - Happy End inbegriffen. Zuletzt war Rotbarts Zauber verflogen, und die Liebe siegte über das Böse. Langer Beifall und Jubel für die Solotänzer Sofia Gavrjuschina (Odette/Odile), Naiel Enikeew (Prinz Siegfried), Danilo Alexeew (Rotbart) und Tagir Safin (Hofnarr).

Von Georg Pepl

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