Kurzopern von Ravel und Puccini am Staatstheater Wiesbaden

Lieben und Vererben

Umringt von Erbschleichern: Schicchi (Kiril Manolov). Foto:  Kaufhold

Wiesbaden. Mit den Einaktern „Die spanische Stunde“ von Maurice Ravel und Puccinis musikalischer Komödie „Gianni Schicchi“ bescherte Regisseur Carlos Wagner am Staatstheater Wiesbaden einen der heiteren Muße gewidmeten und von Generalmusikdirektor Marc Piollet gewohnt sublim und präzise dirigierten Theaterabend, in dem es um Lieben und Vererben geht.

Im Zentrum steht jeweils eine durchtriebene Person, die alle aufs Kreuz legt. Als verbindendes Element fungiert Connor Murphys etwas grobschlächtiges Bühnenbild: Treppenförmig getürmte Kisten als Torquemadas Uhrmacherwerkstatt, die zum gestapelten Nachlass Buoso Donatis umarrangiert werden. Hölzern wie die roh gezimmerten Uhrenkästen kommt die „Spanische Stunde“ daher: Die mannstolle, hübsche Conception (Merit Ostermann) weiß die Abwesenheit ihres Ehemannes amourös zu nutzen.

Hinreißend dagegen Puccinis köstliche Komödie, in der ein mit allen Wassern Italiens gewaschener Habenichts dem dünkelhaften, erbschleichenden Donati-Clan ein Schnippchen schlägt und am Ende alle verjagt. Bariton Kiril Manolov kann einen weiteren tollen Erfolg verbuchen. Dirigent und Staatsorchester werden Puccinis leichter, humorgesättigter, geistreicher Musik mit feingliedrigen Ensembles und zauberhaften Lyrismen aufs Schönste gerecht.

Wieder am 14., 29.4., Tel. Tel. 0611/132325, staatstheater-wiesbaden.de

Von Britta Steiner-Rinneberg

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