Henrik Hornung über das Debütalbum

HNA-Interview: „Mein Freund Paul“ macht Lieder mit Augenzwinkern

Das sind Mein Freund Paul: Stefan Nadolny (von links), Henrik Hornung und Martin Scharvogel. Foto: Henle/nh

Kassel. Die Kasseler Formation Mein Freund Paul  mit Henrik Hornung, Martin Scharvogel und Stefan Nadolny eröffnet am Montag, 8. September, 20 Uhr, die Saison im Theaterstübchen. Am Mittwoch, 20 - 22 Uhr, stellt die Band in der „Heimatmelodie“ in Radio HNA ihr Debütalbum „Massagekissen“ vor. Wir sprachen mit Schlagzeuger Henrik Hornung (36).

Sie spielen zum Saisonauftakt im Theaterstübchen. Ist das eine Ehre? 

Henrik Hornung: Na klar! Das passt total gut - von der Größe, von der Atmosphäre, auch von der Klientel, die da hingeht. Wobei: Wir spielen nicht eine bestimmte Klientel an. Wir haben uns überhaupt keine Gedanken gemacht, für wen wir Musik machen. Wir machen das erstmal für uns. Aber wir waren sehr angenehm überrascht, dass wir eine breite Altersgruppe ansprechen.

Das liegt sicher daran, dass Sie so stilistisch vielfältig sind. Das ist abwechslungsreich. Es klingt, als bedienten Sie sich bei allem, ws Ihnen gefällt und Spaß macht. 

Hornung: Das kann man so sagen. Was wir am liebsten hören, das können verschiedene Sachen sein. Aber was wir in der Trio-Konstellation machen können und was uns interessiert, da haben wir eine große Schnittmenge. Schon bei der Sprache. Wir können uns einfach in unserer Mutttersprache am besten ausdrücken. Völlig klar, das versteht sich von selbst.

Wer steuert die Texte bei? 

Hornung:  Wir alle. Größtenteils aber Stefan und Martin. Aber wir verstehen uns grundsätzlich als Liedermacher-Trio. Wir haben keinen Frontmann oder diese klassische Besetzung: Vorne steht der Sänger und hinten dürfen zwei mitmachen. Wir betrachten uns als drei gleichwertige Musiker. Wenn einer von uns mit einer Idee ankommt - meistens sind es die anderen beiden -, wird das im Trio ganz genau auseinandergenommen, analysiert und erarbeitet. Die Komposition ist eine Sache. Das Arrangement machen wir immer zu dritt.

Textlich ist das Leben ist ein Jammertal. Jobs quälen, Beziehungen nerven, man ist „nicht synchronisiert“. Ist es wirklich so schlimm? 

Hornung: Natürlich nicht. Aber wir wollen schon das Scheitern offenlegen und uns damit menschlich zeigen. Ehrlich sein. Authentizität ist ein wichtiges Stichwort. Das sind wir, die da singen und spielen.

Die Songs sind fröhlich, aber die Texte schon ganz schön deprimiert bis sogar aggressiv. 

Hornung: Naja, fast jedes Lied ist mit einem Augenzwinkern zu sehen, mit einem ironischen, selbstironischen Witz. Wir meinen das ernst, aber nehmen uns gleichzeitig nicht so ernst.

Einmal heißt es: „Das Leben beginnt, wenn man einen Garten pflanzt.“ Üben Sie im Schrebergarten? 

Hornung: Wir haben einen großen Garten... Alle drei haben wir Gartenzugänge.

Also, da ist schon was dran? 

Hornung: Natürlich ist das ein Bild, völlig klar. Aber die Bilder kommen ja irgendwo her. Und man kann letztendlich kaum anders, als autobiografisch schreiben.

Was ist Ihr Ziel? Wie soll’s weitergehen? 

Hornung: Genau so, wie’s jetzt läuft, soll es weitergehen. Es ist wunderbar: Wir machen Musik, die uns total Spaß macht, und die kommt total gut an. Live und auf der Platte. Das ist herrlich.

Und was sagt Paul zu all dem? 

Hornung: Paul mischt sich immer wieder ein, Paul hat super Ideen, inspiriert uns, aber Paul verbockt auch öfter mal was.

Und das müssen Sie dann musikalisch aufarbeiten und verarbeiten? 

Hornung: Das müssen wir ausbügeln. Paul ist unser vierter Mann, der ist immer an allem schuld, zur Not.

Und er bleibt ein Geheimnis. 

Hornung: Paul, das sind Du und Ich, Paul ist Jedermann. Nicht umsonst taucht er in Form einer Spielfigur auf dem Cover auf. Er ist irgendwie da, aber tritt nie physisch in Erscheinung.

Von Mark-Christian von Busse

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