Lispeln kann so lustig sein: Comedian Paul Panzer in Kassel

Unglücklich verheiratet: Paul Panzer. Foto: Schachtschneider

Kassel. Was Freizeitbeschäftigungen angeht, kennt sich Paul Panzer bestens aus. Schließlich hat er einiges ausprobiert. Er war im Fitnessstudio, im Wellness-Hotel und hat sogar einen Ausflug auf die Reeperbahn unternommen.

Warum das alles für ihn kein Vergnügen, sondern purer Stress war, erzählte der Komiker am Freitag in der ausverkauften Kasseler Stadthalle. Inklusive Blümchenhemd und vieler Scherze auf Kosten seiner Ehefrau.

„Herzlich willkommen in Kazzl“, ruft Panzer. Und schon dieser erste Satz wird vom Publikum frenetisch bejubelt. Grund ist das Markenzeichen des Komikers: sein sympathischer Lispel-Sprachfehler, der so manch schräge Wortkreation hervorbringt.

Doch im Mittelpunkt des zweistündigen Programms steht das männliche Freizeitverhalten. Panzers Theorie: „Ist euch das schon mal aufgefallen? Die Männer mit den schlimmsten Ehefrauen haben die zeitaufwändigsten Hobbys.“ Wie sonst ist es zu erklären, dass erwachsene Männer Schmetterlinge und Briefmarken sammeln oder stundenlang Modelleisenbahnen im Kreis fahren lassen?

Auch Paul Panzer tut viel, um nicht ständig in der Nähe seiner Frau Hilde sein zu müssen. Mit der ist er seit 25 Jahren verheiratet - und „Spazz“ macht ihm das schon lange nicht mehr. Schon gar nicht, wenn Hilde mit Bio-Produkten kocht. „Bei Bio hat alles eine Tarnfarbe“, meckert der Komiker mit der Hornbrille. „Alles ist oxer oder terrakozza.“ Und wenn man Vollkornnudeln auf einen Schotterweg schütte, finde man sie nie wieder.

Verdammt lustig ist das, was Paul Panzer zum Fernsehen zu sagen hat. Mit Hingabe parodiert er seine Lieblingsserie „Flipper“, und hat auch noch eine moderne Variante auf Lager. Wäre Sandy ein Jugendlicher von heute, würde er den Delfin mit folgenden Worten losschicken, um einen Verunglückten zu retten: „Ey, du Fisch. Geh dem helfen, du Opfer!“

Zwei Stunden lässt Paul Panzer das Publikum an seiner Freizeitgestaltung teilhaben. Am Ende gibt es langen Beifall für den Komiker - und das Fazit: „Es war grozzartig.“

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