Marcel Reich-Ranicki ist der einflussreichste und populärste Kritiker der vergangenen Jahrzehnte

Marcel Reich-Ranicki - Der große Kritiker wird 90

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Als Literaturkritiker eine Macht: Marcel Reich-Ranicki.

Wer nur ein einziges Buch lesen will, in dem das Grauen des Holocaust anschaulich wird, nur ein Buch, das deutlich macht, welchen schmerzlichen Schaden und Verlust der Nationalsozialismus für das deutsche Geistesleben bedeutete, indem der jüdische Beitrag zur Kultur fast ausgelöscht wurde, dem könnte man zu Marcel Reich-Ranickis Autobiografie „Mein Leben“ raten.

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PDF: Marcel Reich-Ranicki wird 90

Wer sich in die deutsche Literaturgeschichte einlesen will, wer einen Überblick gewinnen will über die wichtigsten deutschsprachigen Autoren, der ist mit Reich-Ranickis zahlreichen Aufsatzsammlungen, Porträtbänden und Anthologien bestens bedient.

Mit Marcel Reich-Ranicki feiert heute derjenige Kritiker seinen 90. Geburtstag, dem Literatur (und Musik) selbst Zuflucht und Rettung waren in der existenziellen Bedrohung seines Lebens durch die Nazis. Der später Literatur so populär gemacht hat wie kein Zweiter: polemisch und bisweilen unerträglich verletzend, aber auch kenntnisreich und witzig.

„Ohne Eitelkeit gibt es kein Schreiben“, hat er gesagt und nie einen Zweifel daran gelassen, dass auch Kritik immer höchst subjektiv ist. Er hat sich selbst immer daran gehalten. Marcel Reich-Ranicki hat sich sein Leben lang als Außenseiter gefühlt, einsam und ausgegrenzt. Zum 90. jedoch wird er - völlig berechtigt - aufs Höchste gepriesen. Und auch das unterhaltsam: Am Sonntag erhält er in der Paulskirche als Erster die Ludwig-Börne-Ehrenmedaille - mit Thomas Gottschalk als Laudator und Harald Schmidt als Pianist.

Von Mark-Christian von Busse

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