2500 vorwiegend ganz junge Fans feierten die YouTube-Stars

Lochis in der Kasseler Stadthalle: Abstecher ins echte Leben

Sympathische Stars beim Auftritt in Kassel: Die Lochis, das sind die Zwillinge Heiko und Roman Lochmann. Foto: Schachtschneider

Kassel. Teenager an die Macht. Am Samstag in der Kasseler Stadthalle war es soweit: Die Generation Zahnspange hatte zweieinhalb Stunden lang das Sagen.

2500 Besucher waren zum Auftritt der YouTube-Stars die Lochis gekommen, der überwiegende Teil davon im Teenie- aber viele auch im Grundschulalter. Als dann tausende Kinderstimmen anstimmten „Wann, wenn nicht jetzt / und wer, wenn nicht wir“, dann erzeugte das einen ungeheuren Sog: Hier drängte eine Gemeinschaft in die Öffentlichkeit, die sich sonst hinter Kinderzimmertüren verbirgt – auf Bildschirme starrend. Textsicher sangen die jungen und jüngsten Fans die Songs der beliebten Zwillinge Heiko und Roman Lochmann mit. Wo viele Begleit-Eltern allenfalls mal beim Klatschen mitmachten, gingen die Kids voll ab und feierten ihre Helden.

Die sympathischen Lochmann-Zwillinge in weißen T-Shirts, Jeans und Turnschuhen nutzten die Bühne für positive Botschaften. Man solle stolz auf sich sein, aber auch andere respektieren. Man solle mal seine rechten und linken Nachbarn im Publikum begrüßen, ihnen Hallo sagen, auch wenn man sie nicht kennt. Und: endlich die Handys weglegen. Ein mit großer Bestimmtheit wiederholter Wunsch, der mit Tricks wie Aufforderungen zum Klatschen (das nunmal beide Hände benötigt) untermauert wurde.

Unentwegt ermunterten die 17-Jährigen zu echtem Erleben. Ausgerechnet die Generation, die quasi auf YouTube und Instagram lebt – und natürlich auch genau dort ihre Helden, die Lochis, kennen- und verehren gelernt hat. Die wiederum ihren Ruhm den sozialen Medien verdanken. Nun traf man sich im echten Leben und die Stars versuchten nach Kräften, den frühen Abend so analog wie möglich zu feiern. Aber: Damit das auch später auf den Bildschirmen toll aussieht, erging die Ansage an die vorderen Reihen, kein Kaugummi zu knatschen und eben auch: Handys weg, damit man Gesichter und nicht Displays sieht.

Das Live-Erlebnis für die Fans sollte schön sein, aber das sollte es auch deshalb, damit es später, wenn alle wieder vor die Bildschirme zurückgekehrt sind, dort, in der digitalen Realität, gut rüberkommt. Ihre fröhlichen Partylieder, etwa „Wer du wirklich bist“, „Nie mehr allein“, „Geweint und gelacht“ und natürlich „Lieblingslied“ kamen bestens an. Begleitet von einer kleinen Live-Band, rannten Heiko und Roman Lochmann auf der Bühne herum, es regnete Konfetti, die Lichtshow blinkte, drei Besucher durften auf der Bühne ein Lied mitgestalten. Ums Musikalische ging es insgesamt sicher weniger als ums Gemeinschaftserlebnis. Zwischendurch räumten die Lochis das Feld für Gaststar T-Zon. Auch Support-Act Jannik Brunke, der ständig unter einer Projektion seiner YouTube-Adresse stand und sang, hatte vorab viel Beifall eingeheimst.

Gegen Ende machten die Lochis einen Kreisch-Test, die Fans aufstachelnd, wer am lautesten ist. Dabei wurden 110 Dezibel gemessen. Die Lautstärke von Presslufthämmern und Kreissägen.

Die Lochis in der Kasseler Stadthalle

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.