Im Gespräch über neuer Album "Glück"

Lotte: Mit Max Giesinger als Mentor durch die Charts

Singen ein Duett zusammen und sind auch befreundet: Lotte und Max Giesinger
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Singen ein Duett zusammen und sind auch befreundet: Lotte und Max Giesinger

Mit Sänger Max Giesinger stürmt Lotte gerade die Charts. Das Lied „Auf das, was da noch kommt“, ist ihr Hit. Popsängerin Lottes Leben ist vor allem schnelllebiger geworden. 

Ein Gespräch über ihr neues Album „Glück“ und den Versuch, den Moment zu genießen.

Wie findet man als Musikerin ihren eigenen Klang?

Ich glaube, es ist ein Suchen danach, was einem selbst gefällt. Ich habe mich umgehört und gefiltert, was mir gefällt – so ist meine Collage entstanden – mein Klang.

Sie haben gesagt, dass das zweite Album mehr nach Ihnen klingen soll. Nach wem klang das erste?

Beim ersten Album war ich total überfordert. Ich war plötzlich in dieser Musikwelt, ich kannte Max Giesinger und Clueso nur von Plakaten, plötzlich standen sie neben mir. Ich wusste auch nicht, wie man richtig in ein Mikrofon singt. 

Ich musste mich zurechtfinden und habe ganz viel Hilfe bekommen. Das heißt, „Querfeldein“ ist auch eine Mischung aus diesen Menschen. Was gut ist, weil sie mich unterstützt haben.

Und „Glück“?

Meine Aufregung ist etwas abgeflacht. Ich wusste eher, was ich wollte, wie es klingen sollte, habe mehr die Feder geführt. Aber: Natürlich hatte ich auch wieder Hilfe.

Wann haben Sie gespürt, dass Ihre Stimme Menschen berührt?

So mit zwölf Jahren habe ich angefangen Gitarre zu spielen und zu singen. Meine Eltern fanden es total toll. Ich habe es genossen, wenn es ihnen gefallen hat. So hat es angefangen. 

Wichtig war auch der Moment, in dem ich vom Englischen aufs Deutsche gewechselt habe. Auf Deutsch zu singen fühlte sich sofort ehrlicher und direkter an. Irgendwie auch nackt.

Sie schreiben autobiografische Songs. In welchem steckt am meisten Lotte?

Was super klar und autobiografisch geschrieben ist, ist „Alles zieht vorbei“ und „2015“. Ich beschreibe eine Zeit, in der ich noch nicht wusste, wohin mit mir. Ich bin losgezogen und wollte wissen, was so geht. Das erste Mal auf Tour und im Studio – da habe ich noch gekellnert.

Können Sie für alle Themen Worte finden?

Mir fällt es schwer, wenn es um politische Themen geht. Bisher schreibe ich sehr emotionale Songs. Das heißt, ich brauche etwas, was mich ganz akut im Herzen bewegt – Liebe und Freundschaft. Meine Musik ist gar nicht politisch. 

Sie ist da, um kurz durchzuatmen – eineinhalb Stunden mal nicht an Morgen denken. Aber ich wünsche mir, dass ich lerne, politische Lieder zu schreiben. Denn ich habe das Gefühl, was in der Welt passiert ist so krass. Wir stehen alle unter einem großen Druck.

Wie wirkt sich dieser Druck bei Ihnen aus?

Ich will mich gesund ernähren und kaufe Avocados, doch das ist aus Umweltsicht schlecht. Dann kaufe ich im Laden um die Ecke etwas, weil ich nicht mit dem Auto fahren will, dort ist aber alles in Plastik verpackt. Ich habe das Gefühl, mit jedem Schritt macht man etwas falsch.

Was ist Glück für Sie?

Menschen glücklich zu machen. Am Liebsten spiele ich live, weil ich dann sehen kann, wie die Musik bewegt.

Waren Sie glücklich, als Sie in Restaurants sangen und die Leute dabei aßen?

Es ist schöner, wenn sich die Leute Zeit nehmen, um einen zu hören. Um ehrlich zu sein: Nein, das war ein Kampf, aber die Gage stimmte.

Mit Max Giesinger sind Sie in den Charts. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Max und ich haben uns 2016 kennengelernt. Er ist wie ein Mentor und cooler Freund. Es war gar nicht geplant, dass wir was zusammen machen. Genau das ist das Tolle.

Gelingt es Ihnen, die in „1995“ beschriebenen Momente festzuhalten?

Ich habe den Tipp von meiner Mutter bekommen, zu genießen, was gerade ist. Also: So wenig wie möglich am Handy und in anderen surrealen Welten zu sein. Im Hier und Jetzt. Ich trinke gerade einen mega leckeren Café Latte mit Hafermilch, habe Sonnenlicht im Gesicht und genieße unser Gespräch.

Lotte: Glück (Sony)

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