Louisa Woodfull-Harris und das Jugendsinfonieorchester

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Offensive Kraft: Die 20-jährige Louisa Woodfull-Harris als Solistin beim Auftritt mit dem Kasseler Jugendsinfonieorchester.

Kassel. Alle Achtung, kann man da nur sagen. Unspielbar befand im Jahr 1879 der Geigenvirtuose Leopold Auer das Violinkonzert von Tschaikowsky. Doch heute bewältigen den Solopart junge Musiker, die noch in der Ausbildung sind.

Ein Zeichen gegen die vermeintliche Klassikkrise setzten die Kasseler Geigerin Louisa Woodfull-Harris (20) und das Jugendsinfonieorchester Kassel am Freitag in der Christuskirche.

Louisa Woodfull-Harris bot einen raumfüllenden Geigenton, eindrucksvoll dunkel in der tiefen Lage, sie ließ die Melodien ausschwingen und überzeugte durch ihre offensive Kraft. Der musikalische Faden riss da niemals ab.

Das Publikum in der sehr gut gefüllten Christuskirche bejubelte zu Recht die junge Solistin, die seit dem Vorjahr an der Frankfurter Musikhochschule studiert. Überzeugend auch Dirigent Kiril Stankow und das lebhaft begleitende Orchester - schöne Bläsersoli inbegriffen.

Gegen Ende der Pause sorgten dann die Blechbläser auf der Empore mit ein paar „Lohengrin“-Takten für Wagner-Glanz. Wieder in den Osten ging es mit der bezaubernd melodischen 7. Sinfonie (1951) von Sergej Prokofjew. Sie mache das Leben leichter und erfreulicher - so das Urteil von Dmitri Schostakowitsch über die letzte Sinfonie seines Komponistenkollegen.

Kiril Stankow führte mit klarer Struktur durch Prokofjews märchenhaft bunte Gebilde vom beschaulich Lyrischen bis zum parodistischen Galopp. Und das Orchester brachte eine großartige Leistung, bevor es im Anschluss an seine Kasseler Auftritte für zwei Konzerte nach Italien aufbrach.

Von Georg Pepl

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