Lukaspassion: Tückisch für die Solisten

Kassel. „Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.“ Am Sonntagabend war die Leidensgeschichte Jesu nach dem Bericht des Lukas in Töne gegossen. Der junge Komponist und Dirigent Thomas Messerschmidt brachte in der Johanniskirche in Wolfsanger seine Lukaspassion mit der Jungen Kantorei Calden und dem Kantatenorchester St. Johannes Calden zur Uraufführung.

Das neobarocke Werk des in Leipzig geborenen Nachwuchstalents orientiert sich am großen Johann Sebastian Bach. Teilweise zitiert er sein Vorbild, vielfach ist es eine stilistische Anlehnung. Die Choräle sind harmonisch ausgewogen, die Rezitative jedoch tückisch für die Solisten.

Große und unerwartete Intervallsprünge forderten Petra Wittmer und Paul Wendel zum Äußersten. Eingangs- und Schlusschoral rahmten das Werk. Dabei entfalteten sich die Stimmen der Kantorei durch das ausdrucksstarke und präzise Dirigat des begabten Komponisten. Nach der gelungenen Aufführung kann sich der Chor der Johanniskirche über ihren neuen Dirigenten Messerschmidt freuen.

Von Alena Ey

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