Urlaubsbilder und Büsten: Ausstellung der Künstler Christine Reinckens und Heiko Schulze im Kurbad Jungborn

Von der Lust, am Strand zu liegen

Dicke Bäuche, schräge Bademode: Die originellen Bilder von Christine Reinckens zeigen die ungeschönte Wahrheit. Fotos:  De Filippo

Kassel. Wenn Christine Reinckens Urlaub am Meer macht, könnte sie einfach im Sand sitzen und die Sonne genießen. Stattdessen greift die Kasseler Künstlerin zum Skizzenblock. Mit einer erstaunlichen Beobachtungsgabe zeichnet sie die Menschen, die sie umgeben. Beim Dösen in der Mittagshitze, beim Strandspaziergang, beim Lesen ihrer Urlaubslektüre. Einige dieser witzigen Skizzen sind zurzeit im Kurbad Jungborn ausgestellt.

Die meisten Männer und Frauen, die Reinckens in mehreren Jahrzehnten skizziert hat, haben keine Modelmaße. Sie sind weder jung noch schön. „Niemand ist perfekt. Das finde ich spannend“, sagt die Künstlerin. So zeigen ihre Bilder die ungeschönte Wahrheit: dicke Bäuche, gewöhnungsbedürftige Bademode, Sonnenbrand und Ehepaare, die sich nach vielen Jahren nicht mehr viel zu sagen haben. Hervorragend zum Thema „Badelust“ - so hat Reinckens ihre Ausstellung genannt - passen die eindrucksvollen Arbeiten, die vor einiger Zeit ebenfalls am Meer entstanden sind. Auch da stehen Menschen im Vordergrund. Reinckens konzentrierte sich jedoch auf die Darstellung von Haut, von Tag und Nacht und den Wechsel der Gezeiten. Neben den Bildern Christine Reinckens’ gibt es zurzeit noch zwei weitere, kleinere Kabinettausstellungen im Kurbad Jungborn zu sehen.

Keramiker Heiko Schulze, der sein Atelier im Obergeschoss des Gebäudes hat, hat sich mit dem Thema Jungbrunnen auseinandergesetzt. Seine Installation besteht aus haarlosen Büsten, die auf Spiegeln stehen. Es scheint, als würden sie aus Wasser auftauchen. Jugendlich, frisch - und doch mit fragendem Blick. Spannend sind die Spiegelungen, die sich je nach Blickwinkel ändern.

Hervorragend zum Ort passt das ABC der Unterneustadt von Ulla Wallbach und Christian Balcke. Ihre Linolschnitte zeigen das, was den Stadtteil ausmacht: von A wie Ausgrabung über D wie Drahtbrücke bis Z wie Zissel-Hering. Originell und künstlerisch anspruchsvoll.

Bis 26. September im Kurbad Jungborn, Sternstraße 22 (direkt an der Drahtbrücke), geöffnet mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie n.V. unter Tel. 0162/3461694.

Von Pamela De Filippo

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