Lustige Bückware: Theatergruppe IrrlichterPP zeigte „Duckwahn“

Ihnen laufen die Kunden weg: Fleischermeister Horst (Christian Gradic, von links), Verkäuferin Jessica (Yvonne Schneider), Auszubildende Gülay (Viola Rahmann, verdeckt) und Angestellter Dennis (Jaschar Sahl). Foto: Malmus

Kassel. Wo sind in den Supermärkten die preiswertesten Waren platziert? Ganz unten. Deswegen nennt man sie auch „Bückware“ oder in der nordhessischen Variante „Duckwahn“.

Genau so heißt das neue Stück der Gruppe IrrlichterPP, einer Theatergruppe des Kasseler Visions-Theaters. Menschen mit und ohne Behinderung spielen hier gemeinsam auf der Bühne, und zwar – nimmt man die aktuelle Produktion zum Maßstab – herzerfrischend komödiantisch.

Am Freitag feierte „Duckwahn“ im proppenvollen Dock 4 eine bejubelte Premiere. Es ist ein köstlich unterhaltsames Stück, voller liebenswert überzeichneter Figuren. Regie führte Tobias Krechel. Im Mittelpunkt steht ein kleiner Einkaufsladen. Die Umsätze lassen bedenklich nach. Ein neuer Supermarkt bietet alles billiger an. Doch ist das wirklich der Grund? Ein Blick aufs Personal lässt Zweifel aufkommen.

Verkäuferin Jessica (Yvonne Schneider) ist so aktiv wie eine Wanderdüne, Horst (Christian Gradic), der Gebieter der Fleischtheke, flirtet meist mit einer Kundin (Sylvia Hempelmann), der sanfte Dennis (Jaschar Sahl) ist nur an Harmonie interessiert, und Frank (Jayson Liebelt), der Inhaber des Ladens, befindet sich am Gängelband der Mutter (Urd Menneking).

Das Chaos perfekt machen ihre Freundin, die Esoterikerin Wanda (Hanne Schön), der cholerische Hausmeister (Robert Schirjack), das türkische Lehrmädchen Gülay (Viola Rahman), die unter der Aufsicht ihres Bruders Murat (Carmine Biscosi) steht, und Frau Vogel (Nina Israng), die Schnäppchenjagen zu ihrem Lebensinhalt gemacht hat.

Als dann auch noch Rollstuhlfahrer „Don Krawallo“ (Samson Hornbostel) zur Demo gegen Einkaufswagen und Büchsenpyramiden aufruft und ein Fluch um sich greift, scheint das Ende des Ladens besiegelt. Doch Motivationstrainer Bruce Tornado (auch Biscosi), seine tanzende Assistentin Wiebke (Inga Lowitzki) und die übersinnliche Wanda wenden in einer unheimlichen Nacht-und-Nebel-Aktion das Unglück ab. Fazit: Es wurde viel gelacht und noch mehr applaudiert.

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