Lustige Socken: Das irre Kölner Komikertrio Y-Titty

+
Deutschlands erfolgreichste Youtube-Helden: Matthias Roll (21, von links), Oguz Yilmaz (22) und Philipp Laude (23) sind Y-Titty (sprich „wai titti“).

Es muss einem nicht peinlich sein, wenn man das Kölner Komikertrio Y-Titty lustig findet. „Über Peniswitze lacht wirklich jeder. Da kann man noch so viele Doktortitel haben“, sagt Philipp Laude. Mit seinen Kollegen Matthias Roll und Orguz Yilmaz revolutioniert der 23-Jährige gerade die Comedy-Welt.

Ihr erstes Musikalbum „Stricksocken Swagger“ hat es auf Anhieb auf Platz drei der Musik-Charts geschafft. Dabei sind die drei jungen Männer im Internet längst Stars. Mit mehr als 2,2 Millionen Abonennten gelten Y-Titty als Deutschlands erfolgreichste Youtube-Helden. Mehr als 444 Millionen Mal wurden ihre Videos angeklickt, die Titel tragen wie „Ständertime“ - darin geht es um ungewollte Erektionen, die jungen Männern den Alltag erschweren.

Angefangen hat die Geschichte von Y-Titty im Sommer 2006 im mittelfränkischen Hilpoltstein in der Nähe von Nürnberg. Damals war Laude und Roll wie so vielen Jugendlichen in der Provinz langweilig. Um sich die Zeit zu vertreiben, nahmen sie Videos auf und stellten sie ins Netz. Später kam Yilmaz dazu. Gemeinsam nannten sie sich Y-Titty (sprich „wai titti“), was so ähnlich klingt wie die Abkürzung Y.T.D. für Youtube-Dummies.

Dumm war die Idee der Nachwuchskomiker, die bald nach Köln zogen, gar nicht. Ihre Musikparodien auf Hits wie Psys „Gangnam Style“ und „Somebody That I Used To Know“ von Gotye verbreiteten sich rasend schnell. Auch ihre Persiflagen auf Kino-Erfolge wie „Twilight“ sowie die deutschen Filmstars Til Schweiger und Matthias Schweighöfer sind urkomisch. Man fragt sich, warum so etwas nicht im Fernsehen läuft.

-Die Single "Halt dein Maul"

-Der Song "Ständertime"

-Ein Film mit Matthias Schweighöfers Hintern

-Eine Parodie auf Til Schweiger

Y-Titty wollen nicht ausschließen, dass sie eines Tages doch im TV landen. Für RTL II haben sie schon eine Probesendung aufgenommen. Vielleicht sind Y-Titty jedoch die Zukunft der Unterhaltung, die gerade nicht in der Glotze stattfindet.

„Wer im Netz sozialisiert wurde“, schrieben vor einiger Zeit die Web-Vordenker Holm Friebe und Kathrin Passig, „studiert keine Fernsehzeitung, für den ist das Fernsehen mit seinem starren Abspielschema wie Internet ohne Google. Youtube ist dagegen wie Fernsehen mit Google und extra Käse.“

So denken auch die Macher der Kölner Firma Mediakraft, bei der Y-Titty mittlerweile unter Vertrag sind und die sich auch um die Vermarktung anderer Internet-Phänomene kümmert. Durch die Werbung bei Youtube dürften die Klickmillionäre mit ihren Videos gut verdienen - auch wenn Yilmaz beteuert: „Euro-Millionäe sind wir noch lange nicht.“

Und nun erobern Y-Titty auch noch die Musikcharts. Die Mitgröhl-Hymne „Halt dein Maul“ hat es ebenfalls in die Charts geschafft. Ein Großteil des Albums ist allerdings Füllmaterial. Immerhin hat das Trio mit dem Albumtitel der oft unterschätzten Stricksocke ein Denkmal gesetzt. „Sie verhindert, dass man krank wird, und wer will, kann sie auch als Penissocke verwenden“, scherzt Laude.

Y-Titty: Stricksocken Swagger (Island).

Wertung: drei von fünf Sternen

www.haltdeinmaul.com

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.