Der lustige Türke kann auch böse: Kabarettist Fatih Cevikkollu

Vellmar. Als Fatih Cevikkollu im Vellmarer Piazza feststellt, dass die Kleinkunstbühne mit 130 Besuchern rappelvoll ist, nestelt der Kabarettist an seinem Mikro herum und sagt: „Ich habe keine Ahnung, wo das Kabel hinführt.“

Wenn jemand so aussieht wie der in Köln geborene Deutschtürke, glaubt mancher, es könne ein Selbstmordattentäter sein.

Solche Späße über Vorurteile treibt Cevikkollu gern. Dabei „wollen wir doch Freunde werden“, wie er das Motto des Abends beschrieb. Der normale Deutsche weiß nicht einmal, wie sich sein Nachname ausspricht. Am besten sagt man also: Ich gehe heute zum Türken. Oder zu Fatih. „Komm zu Fatih“ heißt das aktuelle Programm des 38-Jährigen, mit dem er sich in Vellmar 130 neue Freunde gemacht hat. Mehr als zwei Stunden dreht sich alles um drei Themen:

1. Integration: Einmal fragt Cevikkullu sein Publikum, woran es merke, dass er ein Deutscher sei: „Weil ich Türken hasse.“ Seine Witze, in denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt, sind die besten.

2. Sprache: Cevikkollu macht sich lustig über die Anglizismen-Flut. Dabei „haben wir doch nur den Krieg verloren und nicht die Sprache“.

3. Politik: Die kommt vor allem dann vor, wenn es um Integration geht. Was haben der Islam und Horst Seehofer gemeinsam? „Die Vielweiberei“.

Das hört sich derbe an, aber der gelernte Schauspieler beherrscht auch die leisen Momente. Und er kann skurrile Figuren wie den Brasilianer Joao spielen, dessen deutsch-portugiesischer Singsang an den Fußballer Ailton erinnert und der sich fragt, warum die Deutschen eine „Buundaskanslehin“ haben. „Bunda“ heißt im Portugiesischen „Hintern“.

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