50 Gäste waren begeistert

Lyrik aus dem Alltag: Autor Jan Wagner las in Vellmar

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Lädt zu Text-Entdeckungen ein: Lyriker Jan Wagner bei seiner Lesung in Vellmar.

Vellmar. „Lyrik war noch nie massentauglich“, stellte Jan Wagner bei seiner Lesung am Sonntagabend im evangelischen Kirchenzentrum in Vellmar fest.

Und doch ist der aktuelle Gedichtband „Regentonnenvariationen“ des Dichters mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2015 ausgezeichnet worden, einem Preis, den bislang nur Prosawerke erhielten. 

Bei der Veranstaltungsreihe WortKlang, initiiert von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Verein Lese-Zeichen, las Wagner aus seinen Bänden „Regentonnenvariationen“ und „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern“. Eine besondere Hingabe hege er zu Alltagsgegenständen, die erst auf den zweiten Blick ihr poetisches Potenzial entfalten: „Ich liebe Gedichte über Teebeutel oder Champignongerichte.“

Seine Zeilen handeln von Bettlaken, Unkraut oder Seife, alles Dinge, die dem Leser täglich begegnen und auch weniger Lyrikaffinen einen leichten Zugang ermöglichen – eine besondere Qualität Wagners. Seine genauen Beobachtungen lassen den Leser die Kunst seiner Sprache entdecken. „Sehr viele Menschen sind empfänglich für Gedichte“, so der Lyriker, doch meist entwickle sich die Zuneigung erst über das Vorlesen, über den Klang der Worte.

Musikalische Unterstützung erhielt Wagner von Christian Möller am Piano, Sonja Heimann-Sandrock an der Bratsche und Michael Mahner an der Klarinette, die Stücke von Max Bruch und Mozart präsentierten. Die etwa 50 Gäste waren begeistert. Nach eineinhalb Stunden gab es lang anhaltenden Applaus.

Von Philine Proft

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