Nils Wogram und sein Nostalgia Trio zeigten sich im tif als präzise und geschmeidige Musiker

Lyrische Posaunentöne

Gegen alle Klischees: Nils Wogram (rechts) zeigte sich als Meister der sanften Posaunenklänge. Im Hintergrund agierte Dejan Terzic am Drumset. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Der Posaune wird so manches nachgesagt. Einige bezeichnen sie als Artillerie des Orchesters, andere behaupten sogar, man könne mit ihr ganze Mauern „niederblasen“. Sicher ist dagegen, dass all diese Klischees nicht auf Nils Wogram und sein Nostalgia Trio zutreffen.

Gleich der erste Titel des Trios bei seinem Auftritt im tif machte deutlich, Wograms geschmeidig-sanfter Ton passt so gar nicht in das brachiale Bild einer Bläser-Artillerie. Mit einem swingend-warmen Ton hauchte Wogram die wunderschönen Posaunenlinien aus seinem Instrument heraus, weich gebettet auf dem fein-nuancenreichen Hammond-Klangteppich des Kölner Pianisten und Organisten Florian Ross.

Sehr traurig wurde es bei der Ballade „Hope“, die wunderschöne Harmonien und eine lyrische Posaunenstimme zu bieten hatte. Den etwa 70 Zuhörern schienen die gelungenen Arrangements und Kompositionen zu gefallen. So wurden viele Titel mit begeistertem Applaus bedacht. Doch die Band zeigte sich nicht nur von der gefühlvoll-langsamen Seite. Etwa bei schnelleren Titeln wie Rondo No. 7, dem Florian Ross neben einer passenden Basslinie in der linken Hand auch rasante und komplexe Skalen beisteuerte, während Wogram seiner Posaune auch die schnellsten Läufe vollkommen mühelos entlockte.

Vielseitig war an diesem Abend das Spiel von Drummer Dejan Terzic, der neben dem klassischen Drumset auch zahlreiche andere Instrumente wie etwa eine Klangschlage und Glöckchen einsetzte. Auch wenn einige Titel durch den übermäßigen Einsatz dieses Instrumentariums etwas überladen wirkten, wusste der Nürnberger dennoch mit seiner hohen spielerischen Präzision zu überzeugen.

Von Sebastian Krämer

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