Götz Alsmann und Band glänzten beim Vellmarer Festival Sommer im Park

Dr. Mabuse des Schlagers

Teuflischer Engel: Götz Alsmann in Vellmar. Foto:  Malmus

Vellmar. Wer ihn nicht kennt und in der 16. Reihe sitzt, könnte sich fragen: „Was hat der Mann am Klavier denn da auf dem Kopf? Einen Hamster? Ein Horn?“ Bleiben wir beim Horn. Das passt zum Titel von Götz Alsmanns Programm: „Engel oder Teufel“. Die Frage nach der aufstrebenden Frisur ist schnell beantwortet, denn seit elf Jahren beglückt der selbst ernannte „Dr. Mabuse des deutschen Swingschlagers“ mit seiner Musik, Sprüchen und Haartolle die Besucher beim Festival Sommer im Park in Vellmar.

Ob er Engel oder Teufel ist, das ist schon schwerer zu beantworten. Für einen Engel ist der charmante Spitzbube mit dem frechen Grinsen nicht brav genug, für einen Mephisto aber einfach viel zu sympathisch -und seine ausgezeichnete Band ebenfalls. 750 Besucher bezeugten das am Donnerstag zum Festival-Auftakt lautstark.

Das Programm bot alles, was man an Alsmann und seiner Band liebt: Seine torpedoschnell vorgetragenen Witze und Geschichten, die er mal aus intellektuellen Wortspielen verquickt („unsere exotisch, exorzistischen Instrumente“) oder mal in Otto-Walkes-Manier mit verstellter Stimme zum Besten gibt.

So die Erzählung von der „Jazzhölle“, in der er im Traum sämtliche legendäre Jazzmusiker getroffen haben will und zu seinem Entsetzen „Schnappi das Krokodil“ auf dem Programmzettel ganz oben steht. Allerbeste Unterhaltungswerte kann man ihm dafür bescheinigen.

Aber der Multi-Instrumentalist ist auch ein großartiger Musiker. Seine Musik pendelt zwischen Cha-Cha, Rumba, Swing und Jazz und hat diese entspannende Leichtigkeit, die man in den 50er- und 60er- Jahren in Tanzclubs genießen konnte. Gleiches gilt für die Texte, die vom nostalgischen Charme einfacher Bekenntnisse leben. Großes Lob auch für seine Band, die ein wunderbares Beispiel dafür ist, wie man mit sparsamer, aber akzentuierter Musik Wirkung erzielt.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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