Die Macht der Fantasie: Joja Wendt in Baunatal

Auch ein großer Entertainer: Joja Wendt zu Gast im Baunataler Herbstpalast in der Stadthalle. Foto: Malmus

Baunatal. Die Expedition durch fremde Länder auf der Suche nach interessanten Geschichten, guter Musik und spieltechnischen Herausforderungen hat sich für den Hamburger Pianisten Joja Wendt mal wieder gelohnt. „Mit 88 Tasten um die Welt - die Reise geht weiter“ – so präsentierte er bei der Eröffnung des Baunataler Herbstpalasts die Fortsetzung seiner ambitionierten Suche nach kulturellen Schätzen, die ein großes Publikum interessieren könnten.

Damit begeisterte er diesmal fast 500 Besucher in einer durch Außenbauarbeiten atmosphärisch beeinträchtigten Stadthalle. Doch die Organisatoren hatten sich in der Gestaltung des Eingangs und im Saal viel Mühe gegeben, um etwas Glitzer und Glamour zu verbreiten. So passte der Rahmen doch zu einem Künstler, der weltmeisterliches Piano-Entertainment auf seiner Visitenkarte stehen hat.

Unter dem Motto „Never change a winning team“ hatte er mit dem Bassisten Thomas Biller und Schlagzeuger Christoph Buhse eingespieltes Personal mitgebracht. Das zahlt sich bei komplexen Kompositionen und spontanen Improvisationen immer aus. Unangestrengte Leichtigkeit prägte das Geschehen. Es war fast so, als bekomme man ein ausgefuchstes Fünf-Gänge-Menü am Imbisswagen serviert, inklusive lockerem Gespräch und Moderation eines publikumsverliebten Sternekochs.

Vivaldi, Fats Waller, Henry Mancini - eigentlich völlig egal, welches Songmaterial sich Joja Wendt unter die Finger schnallt. Es ist immer von technischer Brisanz und hohem Unterhaltungswert geprägt. Eine Kamera projizierte seine grandiose Fingerfertigkeit auf eine Leinwand. Das kam spannend daher wie ein Krimi. Für Wendt bedeutet Musik immer das Erzählen einer Geschichte, das Illustrieren eines Gefühls, die Vertonung einer Situation. Ein über allen Dingen stehender Glaube an die Macht der Fantasie. Zirkus, Märchen und Kunst in einem. Großer Applaus.

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