Die Macht der Stimmen:

Ladysmith Black Mambazo und Bandista beim Weltmusikfestival

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Viel Bewegung gehörte dazu: Das Ensemble Ladysmith Black Mambazo beim Auftritt in der Kasseler Sparkasse.

Kassel. Ein starkes Kontrastprogramm bot der Samstagabend beim Kasseler Weltmusikfestival – und gleichzeitig wohl die Hauptattraktion der Veranstaltungsreihe.

Um die 750 Zuhörer waren in die Kasseler Sparkasse geströmt, um die weltbekannte südafrikanische A-cappella-Gruppe Ladysmith Black Mambazo sowie das türkische Musikerkollektiv Bandista zu erleben.

Ohne Mitwirkung von Ladys demonstrierten die acht Sänger um Bandleader Joseph Shabalala über anderthalb Stunden ihr enorm hohes Niveau des traditionellen Zulu-Chorgesangs, was ihnen mehrere Grammys und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Weltstars wie Stevie Wonder, Paul Simon und Emmylou Harris beschert hat.

Die für europäische Ohren eher ungewohnten Gesänge basieren häufig auf einer Art Dialog zwischen Solist und Gruppe, welche dieselbe Vokallinie ständig wiederholt. Mit scheinbar müheloser Leichtigkeit ergänzten die Sänger ihre Darbietung mit synchroner Choreografie und akrobatischen Einlagen wie überkopfhohe Beinschwünge. Dazu gab es lautstarke Anfeuerungsrufe einiger afrikanischstämmiger Besucher. Am Ende erklatschte sich das beeindruckte Publikum die obligatorische Zugabe.

Mitreißende Straßenmusik

Nach der Umbaupause wurden auf der Bühne die Fahnen mit Hammer und Sichel, fünfzackigem Stern und Patronengurten - oder waren es Klaviertastaturen? - ausgerollt: Zeit für die achtköpfige Formation Bandista aus Istanbul.

Mit Gitarren, Akkordeon, Trompete, Saxofon, Bass, Keyboard, Geige sowie vielstimmigem Gesang wurde mitreißende Straßenmusik in schnellen Ska- und Polkarhythmen oder auch im Dreivierteltakt gespielt - im Stil von „Bella Ciao“ durfte getanzt und gehüpft werden. Laut der noch ausbaufähigen Ansagen handelten die türkischen Texte von Freiheit, Gemeinsamkeit, Verlust sozialer Rechte und Antikapitalismus.

Die durchgeschwitzte Band und inzwischen gelichtete Zuhörerreihen waren begeistert und es gab zwei Songs extra.

Nächster Termin: Morgen, Fanfara Ciocarlia, Kulturzentrum Schlachthof, Beginn: 20 Uhr

Von Wolfgang Wollek

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