Tolle Schauspieler um Jochen Busse gastierten mit der Komödie „November“ in der Stadthalle Baunatal

Machthunger und Wutausbrüche

Ein Präsident rastet aus: Jochen Busse als Charles Smith. Foto: Schachtschneider

Baunatal. Geld regiert die Welt - das muss sich auch der Präsident der USA eingestehen. Wenn die Staatskassen leer sind, ist die Wiederwahl deutlich gefährdet. Was bitter sein mag, ist auf der anderen Seite eine witzig-turbulente Komödie um den mächtigsten Mann der Welt. Am Samstagabend verkörperte Jochen Busse den Amtsinhaber in der Komödie „November“ von David Mamet in einem Gastspiel in der Baunataler Stadthalle und begeisterte damit das Publikum auf ganzer Linie.

Das Volk hasst seinen Präsidenten, die Wahlen stehen unmittelbar bevor. Eine aussichtslose Situation auf Wiederwahl für den Präsidenten Charles Smith? Seiner Meinung nach nicht. Er will Staatsoberhaupt bleiben, koste es, was es wolle. Doch mit leeren Taschen? Schwerlich! So greift er tief in die Kiste mit illegalen Machenschaften, um Geld für den Wahlkampf aufzutreiben. Sein Berater Archer Brown, herrlich loyal gespielt von René Heinersdorff, hat alle Hände voll zu tun, seinen Chef vor fahrlässigen Fehlern wie unbeabsichtigten Kriegserklärungen zu bewahren.

Auch der Truthahnzüchter, Thomas Gimbel, die Redenschreiberin des Präsidenten, Claudia Scarpatetti, sowie der Indianerhäuptling, André Beyer, bieten nicht die erhoffte Hilfe und bescheren nur noch mehr Probleme.

Unter der Regie von René Heinersdorff erhielten die Zuschauer einen amüsanten Einblick ins Weiße Haus. Jochen Busse verkörperte den Präsidenten so überzeugend, dass das Publikum ihm jeden Wutausbruch mit hochrotem Kopf und jede staatsmännische Verschlagenheit mit listig funkelnden Augen abnahm. Politische Intrigen und machthungrige Raffinesse wurden auf die Spitze getrieben und hinterließen beim Publikum ein wohliges Kribbeln in der Zwerchfellgegend.

Von Kirsten Ammermüller

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