Neu im Kino: Luc Bessons Familienspaß „Adèle und das Geheimnis des Pharaos“

Madame und die Mumie

Sie weiß, wo es im Grab langgeht: Adèle (Louise Bourgoin) mit ihren Vasallen. Foto:  Universum / nh

Der französische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Luc Besson hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, der Dominanz Hollywoods auf dem Gebiet der Massenunterhaltung Paroli zu bieten. Hartnäckig wie ein Gallier geht er in den Domänen der amerikanischen Filmindustrie wildern: Actionfilme wie „Nikita“, „Leon - der Profi“, „Taxi“ oder „Transporter“ gehen ebenso auf sein Konto wie die Digitalanimationsreihe „Arthur und die Minimoys“.

Mit „Adèle und das Geheimnis des Pharaos“ bricht Besson nun in die Familienunterhaltung ein, indem er sich dem Genre des Abenteuerfilms widmet, für den einerseits US-Vorbilder von „Indiana Jones“ über „Jurassic Park“ bis zu „Die Mumie“ Pate standen, andererseits ein Klassiker der französischen Comic-Kultur zu filmischem Leben erweckt wird.

Adèle Blanc-Sec gehört nach Asterix und Obelix zu den bekanntesten französischen Comic-Figuren. Die junge Dame, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Paris lebt, ist eine eigenwillige Superheldin, die als intelligenter Gegenpol zu den amerikanischen Muskelprotzen entworfen wurde.

Die fabelhafte Louise Bourgoin, die in „Das Mädchen aus Monaco“ die naiv-durchtriebene Blondine spielte, wirft sich mit Verve in die Rolle der schrägen Fortsetzungsromanautorin, die die weite Welt bereist und in Sachen Emanzipation ihrer Zeit weit voraus ist.

Im schicksten Suffragetten-Outfit steigt die Hobbyarchäologin in die Grabkammern ein. Aber nicht die Goldschätze interessieren sie, sondern die Mumie des Leibarztes von Ramses II., der ihre im Koma liegende Schwester wieder ins Hier und Jetzt holen soll.

Professor Esperandieu (Jacky Nercessian) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem er einen prähistorischen Flugsaurier zum Leben erweckt hat, der nun in Paris sein Unwesen treibt, und der alte Mann soll nun auch die Mumie wieder zum Leben erwecken. Zum personellen Inventar gehört weiterhin als veritabler Bösewicht Professor Dieuleveult (Mathieu Amalric).

„Adèle“ verbindet warmes nostalgisches Flair und klassische Abenteuerromantik mit Fantasy-Elementen und digitalem Actionkino. Im dramaturgischen Getriebe knirscht es zwar manchmal und die Erzählung wird eher im szenischen Additionsverfahren zusammengestellt, aber diese Schwächen macht Besson durch den Charme seiner schrägen Heldin und die Reize des Jahrhundertwende-Settings wett. Äußerst wohltuend auch, dass der Film Unterhaltung nicht mit Effektbombardement verwechselt und sein Publikum nicht überwältigen will, sondern Raum zum Atmen lässt.

Genre: Abenteuerfilm

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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