Madonna: Die Königin des Pop rockt München

München - Zwei Tage nach ihrem 51. Geburtstag hat Popsängerin Madonna im Münchner Olympiastadion das einzige Konzert ihrer “Sticky and Sweet-Tour“ in Deutschland gegeben.

Königin des Pop. Das sagt sich so leicht. Madonna ist sie tatsächlich. Kühl wie Champagner mit Eiskugel, unfassbar präzise und perfekt. Und: Madonna ist das Hochglanzmagazin der Popmusik. Nicht gerade dick, das Buch, und daher fängt sie auch um halb zehn erst an, statt wie angekündigt um neun.

Die rund 30.000 Fans im Stadion finden das ab viertel nach neun nicht mehr so lustig und beginnen zu pfeifen. Ist einer Pop-Königin natürlich herzlich wurscht. Die zieht ihren Stiefel bzw. Highheel durch. Sie weiß schließlich auf die Sekunde, was Präzision ist. Da sitzt jedes Detail, jede Geste. Wenn sie etwa bei “Dress you up” zur E-Gitarre greift, dann treibt es zwar einem gestandenen Gitarrero die Trauer- und Zornestränen ins Gesicht, aber: Wie Madonna auch ihre alten 80er-Hits immer wieder neu definiert, wie sie Altvertrautes in neue Gewänder verpackt, inklusive Klezmer (!), das macht ihr niemand nach.

Madonna ist Champagner. Und eben auch das schon erwähnte Hochglanzmagazin. Da weiß man nicht, was einen auf der nächsten Seite erwartet. Sicher ist nur: Es wird wieder schick. Es wird anders, als wir uns erwartet haben. Dafür bürgen neben den Arrangements die Klamotten, die Tänzer, die Videozuspielungen auf drei Leinwänden. Die äußeren zeigen das Konzert live, die innere bietet herrlich kommentierende Einsprengsel. Wenn sie beim 80er-Jahre-Block Keith-Haring-Figuren einspielt und im Minirock seilhüpft, dann hüpft man innerlich mit.

Popstars und ihre früheren Berufe: Trucker, Tankwart, Totengräber

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Das Heft ist relativ schnell durchgeblättert, klar. Bruce Springsteen bietet das Doppelte fürs Geld. Er ist Handwerker vom anderen Stern, Madonna die irdische Fee fürs leicht Angeschrägte, Abseitige, ohne ihr Publikum ins Abseits zu führen. Wie nebenbei kommt die Hommage an Michael Jackson im eigentlich so harmlosen “Holiday”, mit dem ihre Karriere einst startete in ´New Yorker Szenediscos. Ein Jacko-Double tanzt auf der Bühne, das Stadion tobt ob ein paar Basstakte “Billy Jean”. So geht’s.

Und wer dennoch glaubt, Kartenpreise bis zu 193 Euro sind dann doch zu viel - tja, der hat ganz einfach Recht. Wäre die Königin nicht ganz gut beraten, ihr Volk das nächste Mal etwas günstiger in den Genuss Ihrer Majestät kommen zu lassen? Vor einem so ziemlich gähnend leeren Stadion macht es schließlich auch keinen Spaß. Champagner trinkt man´ja schließlich auch lieber zu zweit.

Matthias Bieber

Rubriklistenbild: © ap

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