Der Jugendchor Brasselsberg-Wilhelmshöhe mit einer Michael-Jackson-Hommage in der Christuskirche

Mädchen tanzen den Moonwalk

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Gelungene Kombination von Gesang, Texten und Tanz: Die Choreografien studierte Pamela Hering mit den Mädchen ein.

Kassel. Hold me, halte mich, singt eine Mädchenstimme, unplugged, während das Licht langsam verlöscht. Eine junge, klare Stimme wiederholt noch einmal den letzten Teil aus Michael Jacksons Song „Will You Be There“.

Perfekt inszenierter Schluss für einen überraschenden, ja ungewöhnlichen Abend: Der Jugendchor Brasselsberg-Wilhelmshöhe (Leitung: Uta-Verena Kröhn-Herrmann) gab in der voll besetzten Christuskirche eine Hommage auf Jacko. „The Man In The Mirror“ legte Spuren durch das schillernde Leben des 2009 gestorbenen Pop- stars und stellte zugleich in Textfragmenten die Frage „God of Pop oder Gottes Kind?“

Die jungen Mädchen, in Gruppierungen im Altarraum aufgestellt, trugen rote Schals und hatten rote Wangen. Aufregung, Lampenfieber gab es da genug, als die jungen Künstler mit Jacko auf die Reise gingen, seine stärksten Hits interpretierten. Unter dem einfühlsamen Dirigat von Stephan Herrmann fand in der Christuskirche an diesem Abend so etwas wie eine Metamorphose statt.

Von den zarten, klaren Mädchenstimmen getragen, gewannen die Popsongs Michel Jacksons eine andere, tiefere Dimension, entwickelten eine ganz neue, weiche Melodieführung im Pop-Sound.

So wurden besonders bei „Heal The World“ oder „Earth Song“, „Speechless“ oder „Black Or White“ die Lieder zu nachhaltigen Fragen, wie wir mit der Welt umgehen, aber auch mit uns, mit Einsamkeit und Rassendiskriminierung. Und als die sechs jungen Tänzerinnen Jackos legendären Moonwalk nachtanzten (Choreografie: Pamela Hering), war dies schon recht professionell. Die Zuschauer jedenfalls waren begeistert. Szenenapplaus war sicher.

Nicht zuletzt stellten Bibelzitate das Leben des medial inszenierten und doch einsam gestorbenen Jackson in Kontext zur christlichen Botschaft. Zum Schluss gab es Standing Ovations für die jungen Künstler und einige Zugaben. So erschließt man Glauben, so kann Kirche Spaß machen. Für die Akteure und die Zuschauer. Pfarrer Martin Becker, der anschließend den Mitwirkenden seinen Dank aussprach, meinte lachend zum begeisterten Publikum: „Hoffentlich sind Sie morgen früh wieder hier zum Gottesdienst.“  Nächster Termin: „The Man In The Mirror“ vom Jugendchor Wilhelmshöhe-Brasselsberg wird am Samstag, 26. Februar, 18 Uhr, noch einmal in der Kirche Kirchditmold aufgeführt.

Von Juliane Sattler

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