Mädels mit Retortenbass: Die Medlz in St. Familia

Kassel. Fünf junge Frauen aus dem Sachsenland, das sind die „Medlz“, die am Dienstagabend vor 120 Zuhörern in der Kirche St. Familia ein weihnachtliches Konzert gaben. Zu Bine, Silli, Mary, Nelly und Hanna hatte sich noch ein Bass gesellt, wie man hören konnte.

Er schien jedoch unter einer Tarnkappe versteckt zu sein. Die Auflösung: Durch einen technischen Trick wurde durchgehend eine Stimme weit abgesenkt, sodass immer ein Fundament vorhanden war, über dem die vier anderen schweben konnten. Stehen die Medlz etwa nicht zu ihren weiblichen Gesangssphären?

Irgendwo zwischen klassischem A-cappella-Gesang und Girlie Group bewegen sich die fünf Sächsinnen, die in schwarzen Kleidern im Spannungsfeld von Cocktailparty und Vampirtreffen auftraten. Die Arrangements bekannter Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, die sie sangen, haben immer einen besonderen Dreh, sind leicht angeschrägt, haben unerwartete rhythmische Wendungen und Begleitstimmen.

Manchmal streifen die süßlichen Sätze, die in der Mehrzahl waren, den Kitsch bedenklich. Was man anfangs als Persiflage verbuchte, wurde bald als Stileigenheit erkennbar. Im Ganzen könnten die fünf noch mehr aus sich herausgehen, ihren geschulten Stimmen mehr zutrauen.

Wie gut sie sind, konnte man am besten beim unverwüstlichen „Ave Maria“ von Bach und Gounod hören und bei der letzten Zugabe, „Stille Nacht“. Hier wurden die Mikrofone zum ersten Mal beiseitegelegt. Die hallige Akustik der Kirche trug das obligatorischste aller Weihnachtslieder sehr schön.

Am Samstag, 20 Uhr, gastieren die Medlz mit ihrem aktuellen Programm „Unsere Zeit“ im Bürgerhaus Vellmar. Karten: Tel. 0561/203-204.

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