Das norddeutsche Comedy-Quartett LaLeLu gastierte in der Kulturhalle Niedervellmar

Männer zwischen Minigolf und Rumba

Quartett mit Humor: Tobias Hanf (von links), Sanna Nymann, Sören Sieg und Jan Melzer (Verdeckt). Foto: Schachtschneider

Kassel. Wie wäre es denn mit einem LaLeLu-Lachgas aus der Sprühdose? Oder einer LaLeLu-Brause oder einer LaLeLu-Konfettibox? Nein, völlig unnötig. Es gibt doch das A-cappella-Comedy-Quartett LaLeLu aus Norddeutschland. Da knallt und blubbert es genug. Davon konnten sich 250 Gäste in der Kulturhalle Vellmar bei deren Bühnenprogramm „Pech im Unglück“ überzeugen.

Mit nicht immer perfekt synchronisierter Vierstimmigkeit schlängelten sich die Sänger durch das Dickicht der Lebensentwürfe. Oder besser: Sie turnten eifrig auf den Matten der rhythmischen Lachgymnastik. Und so schufen sie eine von harmloser Leichtigkeit durchflutete Atmosphäre, die an den fröhlichen Anarchismus von Insterburg & Co. erinnerte.

Die gelungene Mischung aus Musikalität, Klamauk und Inhalt sorgte für mächtig Stimmung in den Sitzreihen. Höhepunkte bildeten die Stimmenimitation (Beckenbauer, Merkel, Maffay) von Tobias Hanf und ein schnittig vorgetragenes Hitmedley (Pigalle, The Feeling, Highway to Hell). Texter und Arrangeur Sören Sieg glänzte als burlesker Conférencier, während Kollege Jan Melzer eher den lässigen Verlierer mimte.

Bühnenfiguren wie Jürgen, der von seinem Pitbull kontrolliert wird, und Burner Bernie, der „Denglische Sprüchemacho mit Hartz Four“, schoben die Stimmung bis zum Hustenanfall. An Sanna Nymann zerschellten alle Zweideutigkeiten ihrer männlichen Bühnenkollegen wie rohe Eier an einer Betonwand, und dabei sorgte sie für reichlich Erotik.

Als Quintessenz blieb der vertonte Aufruf zur Individualität, das Recht auf Selbstbestimmung unter Beachtung sozialer Spielregeln. Ob du als Mann Minigolf liebst, Querflöte spielst oder gern Rumba tanzt - lass die anderen reden und lachen, doch mach dein Ding. Viel Applaus für ein agiles, sympathisches und lustiges Quartett.

Von Andreas Köthe

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