Märchen mit Botschaft

Komödie Kassel führt Kinderstück „Armer böser Wolf“ auf

Kassel. Er habe gar nicht sechs Geißlein gefressen. Nicht einmal ein einziges. Trotzdem sitzt der Wolf (Marco Linke) im Gefängnis. Zu Unrecht, wie er findet. Also erzählt er, wie sich die Geschichten von den sieben Geißlein und Rotkäppchen wirklich abgespielt hat.

Wie er in das Haus der jungen Ziege einzudringen und Rotkäppchen (beide Rollen: Alexandra Desoi) zu täuschen versucht hat – aber gescheitert ist. Mit „Armer böser Wolf“ führt die Komödie Kassel ihr traditionelles Weihnachtsmärchen nach einer Vorlage von Raphael Protiwensky auf.

Knut Schakinnis farbenfrohe Bühnenbilder rund um eine urige, gemütliche Waldhütte ziehen das junge Publikum in der ausverkauften Premiere in den Bann. Spielfreudig agiert das Schauspieler-Quartett, singt und tanzt auf der Bühne, imitiert das Meckern der Ziegen und das Grummeln des Wolfes mit viel Witz.

Der Autor des Kinder-Theaterstücks orientiert sich für die Szenen an der Grimm-Vorlage, bricht das Schwarz-Weiß-Schema aber auf. Hinterhältige Absichten verfolgt der Wolf zwar noch immer. Er will Rotkäppchens Großmutter und das Geißlein fressen. Doch er schwätzt mehr, als er handelt. Er stapelt hoch, um dann kläglich zu scheitern. Ein richtig böser Bösewicht ist er also nicht. So sollen ihm die Grundschüler im Saal am Ende auch verzeihen, als er verspricht, sich zu ändern.

Regisseur Michael Kaiser hat ein unterhaltsames Stück für die ganze Familie inszeniert, das er mit deutlichen, aber nicht aufdringlichen Botschaften unterfüttert. Sowohl das Geißlein als auch Rotkäppchen tun gut daran, auf die Warnungen ihrer Mütter zu hören und weder fremde Menschen ins Haus noch sich am Wegesrand von ihnen ansprechen zu lassen. Denn ein netter Onkel entpuppt sich schnell als böser Wolf, der – anders als auf der Bühne – durch und durch böse Absichten verfolgt.

Weitere Termine bis zum 23. Dezember, Kartentelefon 05 61/1 83 83.

Von Stefan Morisse

Rubriklistenbild: © HNA/Koche

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