Die „kleine Bühne 70“ begeistert das Publikum mit ihrem Weihnachtsstück „Das Waldhaus“

Ein Märchen zum Jauchzen

Originelle Kostüme: Tochter Clivia (Miriam Langlotz) mit Rabe Kolki (Angelika Langlotz), dem Publikumsliebling. Foto: Socher

Kassel. „Was, ihr habt noch nicht von dem Waldhaus gehört?“, fragt Förster Waldmann (Florian Räder) die Frau des Holzfällers (Barbara Hewer) und erzählt ihr sowie ihren Töchtern Begonia (Dorothea Haussner) und Clivia (Miriam Langlotz), was es mit diesem geheimnisvollen Ort auf sich hat: Ein Mann (auch Florian Räder) soll dort mit dem Hühnchen Yolanta (Barabara Hewer), dem Hähnchen Zabulon (Markus Weuthen) und der Kuh Xandra (Sieglinde Maus) leben. Früher soll dort ein prächtiges Schloss gestanden haben.

Ob die Behausung des Sonderlings etwas mit dem Verschwinden von Amaryllis, der dritten Tochter, zu tun hat? Die Mutter hatte das Mädchen mittags mit Brot zu dem im Wald arbeitenden Vater (Ralph Langlotz) geschickt. Doch die Tochter kam dort nicht an. Mit der bunten Märchenkomödie „Das Waldhaus“ geht die kleine Bühne 70 in die Weihnachtswochen. Am Sonntag gab es eine umjubelte Premiere im ausverkauften Cassalla-Theater.

Von den Brüdern Grimm stammt die Textvorlage. Doch da dieses Märchen eher unbekannt ist und es deswegen keine Bühnenfassung gibt, kreierten Angelika und Ralph Langlotz eine für die kleine Bühne. Das Ergebnis: Ein jauchzendes Publikum freute sich über eine gelungene Inszenierung. Originelle Tierkostüme, ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild und reichlich Gelegenheiten zum Mitmachen begeisterten die Besucher zwischen vier und acht Jahren.

Verfressener Rabe

Viel Applaus gab es auch für die Regieeinfälle: eine Kuh mit Sprachfehler, ein verfressener Rabe (Angelika Langlotz als Publikumsliebling Kolki), der die Handlung kommentiert, und Lieder zum Mitsingen. Dass es die guten, alten Kindergartenlieder sind, wie „Ein Männlein steht im Walde“, störte niemanden.

Und die Handlung? Ein typisches Grimm-Märchen mit einer guten, fleißigen Schwester, zwei bösen faulen Schwestern und einem geheimnisvollen Haus, in dem die drei ihr gutes Herz beweisen sollen.

Dem jungen Publikum gefiel das Stück. Kein Wunder, wenn man so mitbestimmen darf. „Müssen wir wirklich zur Strafe zum Köhler?“, fragten die faulen Schwestern und bekamen von den jungen Zuschaueren sofort die Antwort: „Ja, ihr müsst!“

Cassalla-Theater, Jordanstraße 9. Weitere Aufführungen am: 7.12. (8.45, 11 Uhr), 9.12. (8.45, 11 Uhr), 10.12. (8.45, 11, 15.30 Uhr), 11.12. (14, 16.30 Uhr), 12.12. (14, 16.30 Uhr), 8.1. (14, 16.30 Uhr), 9.1. (15.30 Uhr), Karten: 0561/77 49 19.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.