Träger des Friedenspreises und Kämpfer für Menschenrechte

Magie der Sprache: Autor Yasar Kemal starb mit 91 Jahren

Träger des Friedenspreises: Autor Yasar Kemal. Foto: dpa

Istanbul. Die Sprache wird die Menschheit retten - davon war der türkische Schriftsteller Yasar Kemal überzeugt. Kemal ist nach längerer Krankheit im Alter von 91 Jahren gestorben.

„Ich glaube tief an die Magie der Sprache“, schrieb er im Unionsverlag. „Noch immer bin ich davon überzeugt, dass die Sprache neue Universen erschaffen, andere vernichten kann.“ Aus dieser Macht der Sprache leitete Kemal die Verantwortung der Schriftsteller in der Gesellschaft ab. Widerstand gegen empfundenes Unrecht und der Kampf für Freiheit und Menschenrechte ziehen sich als roter Faden durch das Werk des Schriftstellers.

Die Türken nennen Yasar Kemal nur „usta“ - den Meister. Mit seinem 1955 veröffentlichten Roman „Ince Memed“ (Memed mein Falke) wurde er zum meistgelesenen Schriftsteller der Türkei und erlangte weltweit Ruhm. Der Romanheld, der „schmächtige Memed“, lehnt sich darin gegen die Herrschaft der Großgrundbesitzer auf und zieht als Bandit in die Berge.

Kemal kam im südanatolischen Dorf Gökcedam (früher: Hemile) in der Provinz Osmaniye als Sohn eines Großgrundbesitzers auf die Welt. Sein genaues Geburtsdatum ist unklar. Der Schriftsteller sagt, er sei wahrscheinlich 1923 geboren worden.

Als Kind verliert Kemal bei einem Unfall ein Auge. 1951 erschienen seine ersten Erzählungen. Damals arbeitete er als Journalist der linksnationalistischen Zeitung „Cumhuriyet“. Kemal war als Kurde und Marxist mehrfach im Gefängnis. Zeitweise lebte er im schwedischen Exil. Sein letzter Roman mit dem Titel „Tek Kanatli Bir Kus“ („Vogel mit nur einem Flügel“) erschien im September 2013.

Kemal wurde mit internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet. 1997 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Noch im Sommer 2013 unterstützte er die Gezi-Proteste und setzte sich für Demokratie und Menschenrechte ein. (dpa)

Hinweis der Redaktion: Unter dem Artikel ist die Kommentarfunktion aktiviert. Es werden nur Kondolenz-Beiträge freigeschaltet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.