Die Garage Bluesband überzeugte im Theaterstübchen

Man mag’s aufgeräumt

Für alle Geschmäcker: Die Garage Bluesband mit (von links) Oliver Franke (Gitarre), Marco Gerhard (Gesang), Michael Linke (Keyboard). Im Hintergrund Andreas Mardorf (Bass). Foto: Socher

Kassel. Manche finden Blues- Musik so spannend wie die Ziehung der Lottozahlen - andere wiederum so langweilig wie Rasenmähen. Für die einen bietet die stete Reproduktion vertrauter Momente ein Gefühl der Geborgenheit. Doch manche Menschen empfinden Gleichförmigkeit und Stereotypen als langweilig.

Die Garage Bluesband aus Kassel hatte bei ihrem gut besuchten Auftritt im Theaterstübchen für beide Einstellungen Angebote in ihrem Programm. Es gab Songmaterial aus den Genre West Coast Blues, Detroit Blues und Bluesrock, das keinerlei Spuren experimenteller Unebenheiten aufwies.

Und doch verstand es die Band, mit viel Druck und Drive auch die Nonkonformisten zu begeistern. Großen Anteil daran hatte Sänger Marco Gerhard. Nicht, weil er mit seinen Animationsbeiträgen wahrscheinlich sogar hartgesottene Mallorca-Spakken aus dem Pool langweilen könnte - sondern weil er mit rauchiger Stimme der Musik eine Seele verpasste.

An seiner Seite, mit genauso viel hörenswertem Engagement, Gitarrist Oliver Franke und Tastenvirtuose/Harpspieler Michael Linke. Beide verfügen über das solistische und harmonische Spielrepertoire, mit dem man aus einer Drei-Akkorde-Wohnung einen gefühlten Bungalow zaubert. Manchmal etwas schleppend, doch meistens voll im Beat, folgte die Rhythmuscrew mit Schlagzeuger Thomas Leimbach und Bassist Andreas Mardorf der Wegbeschreibung ihrer Hauptdarsteller.

So hielt man das Niveau der Blueswoche im Theaterstübchen, in deren Rahmen die Band auftrat, hoch, und das Publikum zeigte sich sehr angetan von dem Konzert. Allerdings war von dem angekündigten Dreck in der Bluesgarage nicht viel zu sehen. In Deutschland mag man es einfach gerne aufgeräumt. Viel Applaus.

Von Andreas Köthe

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